Zentrum demenz in Schwerin hilft : Welche Hilfen gibt es bei Demenz?

Helfende Hand: Im Umgang mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind, ist vor allem Einfühlungsvermögen gefragt. Der Kurs im Zentrum Demenz will Angehörigen mehr Sicherheit geben.
Helfende Hand: Im Umgang mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind, ist vor allem Einfühlungsvermögen gefragt. Der Kurs im Zentrum Demenz will Angehörigen mehr Sicherheit geben.

Zentrum in der Gartenhöhe bietet wieder Schulungskurs für Angehörige an – Anmeldungen sind noch bis Montag möglich

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06. Mai 2017, 12:00 Uhr

Beim Rommé-Spiel fiel es Edeltraut Liedtke zum ersten Mal auf. „Mein Mann konnte plötzlich die Karten nicht mehr sortieren“, erzählt die Schwerinerin. Untersuchungen beim Arzt haben dann die Diagnose gebracht: beginnende Demenz. Fünf Jahre sind seitdem vergangen. „Unser Leben hat sich vollkommen verändert“, schildert Liedtke, die sich zunächst allein um ihren kranken Mann kümmerte. Seit kurzem wird der 73-Jährige in einer Tagespflege betreut. Edeltraut Liedtke findet unterdessen Halt in der Angehörigen-Gruppe des Zentrums Demenz in der Gartenhöhe 6 b in Schwerin.

„Die Eröffnung der Diagnose Demenz wirft für die Betroffenen und ihre Angehörigen völlig neue Fragen auf“, sagt die Leiterin des Zentrums Demenz, Ute Greve. Häufig seien Informationen über die Erkrankung nur bruchstückhaft und auch bloß auf Nachfrage bei unterschiedlichen Institutionen zu bekommen – das Zentrum Demenz biete deshalb vom 10. Mai an wieder einen Schulungskurs für Angehörige an. „Mit der Schulungsreihe für Angehörige möchten wir in einem Kurs mit acht Themeneinheiten Angehörige einladen, sich näher mit dem Thema Demenz zu beschäftigen“, so Greve. Neben einem grundlegenden Wissen über die Krankheit werden Möglichkeiten des Umgangs, der Hilfen, der Vorsorge und der Entlastung vermittelt.

Burkhard Krause und Karl-Heinz Powilleit, deren Ehefrauen an Demenz erkrankt sind, haben die Schulung bereits mitgemacht. „Der Kurs war für mich eine große Hilfe“, sagt Powilleit. Er habe dadurch gelernt, sicherer mit der veränderten Wahrnehmung und der Vergesslichkeit seiner Frau umzugehen, könne heute besser auf sie eingehen. Auch Krause hat aus dem Kurs viel für sich mitgenommen. Geduldig müsse man sein als Angehöriger, betont der Schweriner. Wenn er seiner Frau die Mahlzeiten reiche, nehme er immer wieder einen neuen Anlauf.

Krause und Powilleit sind auch dabei, wenn sich jeweils am ersten Dienstag im Monat um 10 Uhr im Zentrum Demenz die Angehörigen-Gruppe trifft. „In der Gruppe bekommt man Hilfe, wenn man nicht mehr weiter weiß“, sagt Powilleit. Die Teilnehmer stärkten sich gegenseitig. Der Erfahrungsaustausch sei für ihn das Wichtigste, unterstreicht Krause.

So sprechen die Mitglieder der Angehörigen-Gruppe zum Beispiel auch über Kochrezepte. „Was mein Mann früher gerne gegessen hat, schmeckt ihm heute nicht mehr“, sagt Edeltraut Liedtke. „Durch die Demenz verändern sich auch die Essgewohnheiten“, erklärt Ute Greve.

Anmeldungen für den neuen Schulungskurs für Angehörige sind noch bis einschließlich kommenden Montag, 8. Mai, möglich. Interessierte können sich unter der Telefonnummer 0385/52133818 im Zentrum Demenz melden. Der Kurs beginnt am 10. Mai um 9.30 Uhr.

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