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Mähdrescher im Einsatz : Weizen ist reif für die Ernte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landwirtschaftliches Lohnunternehmen Klaus Piehl drischt bei Godern einen 60 Hektar großen Schlag: Regen sorgte gestern für Zwangspause

Sonnabend, 13.27 Uhr: Frank Piehl nimmt sich Zeit für sein Mittagessen am Feldrand vom Ortsausgang Godern in Richtung Raben Steinfeld. Es gibt Gyros mit Pommes – in einer stabilen Verpackung. Der Mähdrescherfahrer lässt es sich schmecken, „auch wenn es zwischen Tür und Angel ist. Aber die fünf Minuten müssen sein“, sagt der Alt Schlagsdorfer. Das Essen hat ihm sein Bruder Klaus Piehl gebracht. Und zur späteren Kaffeezeit und zum Abendbrot wird Schwägerin Sybille Piehl den Mähdrescherfahrer und die anderen der Erntekolonne mit Essen und Trinken versorgen. Denn so lange es geht, wird gedroschen. „Wir müssen das Wetter nutzen.“

Frank Piehl hat gerade mit dem Mähdrescher einen Rapsschlag bei Pinnow abgeerntet und nun umgesetzt. Hier bei Godern sind jetzt 60 Hektar Weizen vom Halm zu holen – für den Landwirt Volker Helms aus Godern. Der Alt Schlagsdorfer drischt in seinem Auftrag – als Lohnunternehmen. Die Brüder Frank und Klaus Piehl bieten mit ihrer Technik diese Lohnarbeiten an, betreiben aber auch gemeinsam den landwirtschaftlichen Betrieb Klaus Piehl in Alt Schlagsdorf. Rund 600 Hektar bewirtschaften sie selbst.

Sie haben zwar auch noch nicht alles unter Dach und Fach – von den 60 Hektar Raps sind 45 runter – aber jetzt ist erst einmal der Schlag bei Godern an der Reihe, betont Klaus Piehl, Chef des Lohnunternehmens. Bis Mitternacht ist sein Bruder am Sonnabend gefahren. Bei trockenem Wetter wäre das Weizenfeld Sonntagnachmittag abgeerntet gewesen. Aber wegen des Regens war Zwangspause angesagt. Der Mähdrescher vom Typ New Holland schafft bis zu fünf Hektar in einer Stunde. „Ein Hektar in zwölf Minuten. Das muss man sich mal vorstellen“, schwärmt der Landwirt von der Technik. Regenpausen wie gestern nutzen die Alt Schlagsdorfer, um die Technik zu warten.

Vormittags, so sagt Frank Piehl, ist es zum Dreschen noch zu feucht. Gegen Mittag oder am frühen Nachmittag sind die Körner in den Ähren dann so trocken, dass später nicht nachgetrocknet werden muss. „Das will kein Landwirt, weil es sonst zusätzlich Geld kostet“, erzählt Klaus Piehl. Hochsommerlich Temperaturen, mitunter bis zu 33 Grad, sind für die Getreideernte optimal. Und für den Fahrer kein Problem. Der sitzt in einer klimatisierten Fahrerkabine. „Wenn es draußen 32 Grad anzeigt, stelle ich 21 Grad ein, das ist dann ein angenehmes Fahren“, beschreibt Frank Piehl seine Arbeitsbedingungen. Nur Staub wischen müsse er an heißen Tagen mehr. Denn die Scheiben der Fahrerkabine müssen schon sauber sein, um den schweren Mähdrescher mit seinen 500 PS sicher zu lenken.

Die Ernteergebnisse seien regional zwar unterschiedlich, so Frank Piehl, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des Bauernverbandes Parchim ist, dennoch lasse sich schon jetzt sagen, dass der Rapsertrag hier eher mäßig ausfalle. Im Durchschnitt liege das Ergebnis bei 35 Dezitonnen je Hektar. Landwirt Volker Helms rechnet mit einem Ertrag zwischen 30 und 35 Dezitonnen je Hektar. Auf besseren Böden seien die Ergebnisse aber höher. Auf den Flächen, die die Brüder Piehl bewirtschaften, sieht es nämlich weitaus positiver aus. Hier liegen die Erträge zwischen 45 und 49 Dezitonnen je Hektar. Und hier stimme auch die Qualität.

Bei Wintergerste, die schon längst komplett vom Halm ist, verzeichnen die Landwirte keine sonderlich guten Ergebnisse. Im Durchschnitt liegen sie im Parchimer Verbandsgebiet um die fünf bis sechs Dezitonnen je Hektar unter den Erträgen der Vorjahre. Frank Piehl: „Unterm Strich werden es in diesem Jahr wohl um die 65 bis 66 Dezitonnen je Hektar sein.“

 

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