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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. September 2017 | 13:53 Uhr

Protest geht weiter : Weitere Wogen gegen Schnellboote

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Flut von Leserbriefen gegen PS-Monster auf den Schweriner Seen geht weiter – Umweltschützer sehen Chance beim Schiffsverleih

von
erstellt am 06.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Die Leserbrief-Flut zum Thema Schnellboote und Jetski auf den Schweriner Seen reißt nicht ab. „Auf allen natürlichen Seen Deutschlands sind diese nicht erlaubt, und Jetskis dürfen dort nur in Geradeausfahrt mit den bekannten Geschwindigkeitsbegrenzungen wasserwandern“, schreibt Dieter Schwarz. Seit 1961 nutzt Robert Schröder die Schweriner Seen als Wassersportrevier und hat schon oft beobachtet, „dass z.B. Jetskis per Pkw-Anhänger nach Gallentin gebracht werden – kürzlich fünf auf einmal – dort zu Wasser gehen, dann damit zwei bis drei Stunden ,wilde Sau‘ rund um die Lieps gespielt wird, anschließend wieder aufgeladen werden und verschwinden“. Dasselbe passiere ausgehend von Campingplätzen rund um den Schweriner See. „Die umstrittenen Power-Boote stören besonders durch ihren extremen Geräuschpegel und das sie auch in Abend- und Nachtstunden fahren, wo sie sich offenbar unbeobachteter fühlen.“

„Bestes Beispiel ist der Pfaffenteich seit dem Jetski-Event des vergangenen Jahres, seitdem ist der Bestand der dort lebenden Enten massiv zurück gegangen“, schreibt Ute Moldenhauer. „Rennen haben wir schon auf den Straßen genug“, meint Uwe Leverenz.

Hingegen hat der fast 60-jährige Roland Schwartz noch Erinnerungen daran „dass ich mir als Kind mit meinen Eltern Motorbootrennen auf dem Ziegelinnensee angesehen habe“.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) spricht sich gegen Jetski und Schnellboote aus, ist aber nicht generell gegen Wassersport. Die Naturschützer setzen sich für eine freiwillige Vereinbarung mit den Wassersportlern ein, die Schonzeiten berücksichtigt. Sie befürworten einen See-Ranger und eine Höchstgeschwindigkeit auf den Schweriner Seen von fünf Knoten pro Stunde, das entspricht etwa Tempo neun. Eine Chance sehen sie bei Schiffs-Charter. „Leihunternehmen können Multiplikatoren für den bewussten Umgang mit der Natur sein“, sagte Jürgen Friedrich bei einer Debatte in Schwerin. Der Naturschutzbeauftragte des Kreises Ludwigslust-Parchim sieht vor allem die Ortskenntnis der Unternehmer als großen Vorteil. Sie wüssten, in welchen Monaten bestimmte Wasserbereich nicht befahren werden sollten und wo Motorbootfahrer den meisten Spaß erleben und Naturfreunde die besten Beobachtungen machen.

„Wassersportler sind generell keine Rambos“, sagt der Ornithologe. Die Entwicklung gehe weg von Bootseignern hin zu Schiffs-Charterern. „Der intensive Geräteeinsatz sorgt für hohe Kosten“, sagte er. „Naturerlebnis und Sport trennen trennen sich immer mehr.“

 

 

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