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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 23:22 Uhr

Biogas : Weihnachtsbäume liefern Energie

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ausgediente Tannen werden in der neuen Biogasanlage verarbeitet: Das entstehende Methangas dient zur Stromerzeugung

von
erstellt am 10.Jan.2015 | 13:00 Uhr

Über die aufgeweichte Baustraße im Industriegebiet  Göhrener Tannen quält sich ein Laster der Schweriner Abfallentsorgung, randvoll mit alten Weihnachtsbäumen. An der neuen Biogasanlage der SAS lädt er sie ab. Das geht jeden Tag so, bis Mitte Januar alle alten Bäume eingesammelt sind. Doch was passiert mit ihnen?

„Die Weihnachtsbäume werden geschreddert auf eine Hächselgröße bis maximal sechs Zentimeter. Dann werden sie dem Bioabfall beigemischt, der bei uns in den Fermenter kommt“, erklärt Jörg Pioreck, Werkleiter der neuen Bioverwertungsanlage  der Stadtwerke in den Göhrener Tannen.

In der Anlage rattern unaufhörlich die Förderbänder und Siebe. Denn aus dem angelieferten Biomüll der braunen Tonnen müssen zunächst Fremdstoffe herausgesiebt werden. „Wir haben leider viel Unrat in den braunen Tonnen wie Plastetüten, alte Blumentöpfe, aber auch Flaschen, Gläser und Unrat. Es macht viel Mühe, das alles herauszusammeln“, sagt Pioreck. Er  appelliert  an die  Schweriner, ihren Müll doch bitte etwas sorgfältiger zu trennen. „Das betrifft auch die alten Tannenbäume. Sie müssen vollständig  abgeschmückt sein. Es macht viel Arbeit, alte Lichterketten oder Baumschmuck rauszusammeln.“

Die Weihnachtsbaumhächsel  kommen, vermischt mit dem  gesiebten Bioabfall, in die beiden jeweils rund 100 Kubikmeter fassenden Bunker, aus denen wohldosiert der Biomüll per Förderband in den riesigen Fermenter transportiert wird. Die Menge wird per Computer gesteuert, damit nicht zu viel und nicht zu wenig Biomasse dem Zersetzungsprozess zugeführt wird, der in dem rund 1200 Kubikmeter fassenden Behälter abläuft. Denn dabei entsteht Methan, so genanntes Biogas.  Das wird  abgesaugt, gespeichert, gereinigt  und treibt dann im benachbarten Blockheizkraftwerk einen Verbrennungsmotor an, die wiederum einen Generator antreibt, der Strom erzeugt.

„Wir fahren die Anlage derzeit mit 95 bis 100 Prozent, sie läuft hervorragend“, versichert der Werkleiter.  „Wir haben seit ihrer Inbetriebnahme am 21. November schon mehr als 150 000 Kilowattstunden Strom erzeugt, geplant sind künftig 2,6 Millionen pro Jahr.“ Das dürfte für fast 1000 Haushalte reichen.

Und was passiert mit den Rückständen aus dem Fermenter? Die werden ausgepresst und kommen dann, vermischt mit dem groben Biomüll, der nicht in den Fermenter kann, in einen der beiden großen Rottetunnel.  Daraus entsteht  dann klassischer Kompost.

 

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