zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

13. Dezember 2017 | 04:30 Uhr

Weihnachtliches Fress-Menü im Zoo

vom

svz.de von
erstellt am 26.Dez.2011 | 06:10 Uhr

Grosser Dreesch | Eine rote Schleife um den gefrorenen Fisch, eine Christbaumkugel über dem Pelikan-Nest - haben die Schweriner Zootiere eigentlich etwas von Weihnachten mitbekommen? "Eva, Klara und Lumpi schon", sagt Tierpfleger Bernd Tippel. Im Nashorngehege dudelte tagelang weihnachtliche Musik. Ein Extra-Eimer Äpfel und eine Horn-Massage mit der Drahtbürste machten die Nashorn-Bescherung perfekt. Nur ins Gehege geht Bernd Tippel dann doch nicht rein. "Das Risiko für den Pfleger ist zu groß. Die Tiere können in ihrer Anlage Tempo 40 erreichen", sagt er. Die Dänin Eva, die Südafrikanerin Klara und ein Bulle, da würden Welten aufeinander prallen. Eine Streicheleinheit mit dem Straßenbesen vermittelt auch Nähe.

Die Lokis im Vogelrevier sind da viel herzlicher - und gieriger. Tierpflegerin Josefine Linke stand bei der Bescherung in einem bunt durcheinander zwitschernden Vogelschwarm. Es gab Weintrauben und Melonen. "Die Vögel sind Spezialisten, mit ihrer gespaltenen Zunge saugen sie am liebsten Nektar und Fruchtsaft", sagt Josefine Linke. Für die Pinguine und Pelikane gab es eine Extra-Portion gefrorenen Fisch, für die Meerschweinchen ein Bund Petersilie. "Eine Schleife brauche ich da nicht drum machen", sagt sie. Aber die Tiere würden schon merken, dass etwas anders sei: kaum Besucher, mehr Ruhe. Aber das nasse Wetter mögen viele Tiere gar nicht. "Die Pelikane sollen brüten, aber die Flamingos müssen bei zehn Grad Celsius trotzdem vor die Tür", sagt Josefine Linke. "Dafür singe ich ihnen ein Weihnachtslied." Bei den Hyänenhunden verkneift sich Thomas Engelhardt lieber "die Singerei". Für die Hetzjäger sei ein totes Kaninchen schon ein Festmahl - "mit Fell, Knochen und allem Drum und Dran, eben wie in der freien Wildbahn". Was die Sprinter nicht mehr mögen, überlassen sie den Krähen. "Also eher pflegeleicht, auch zu Silvester", sagt der Tierpfleger.

Dagegen erscheinen die Giraffen wie Diven. Die müssen regelmäßig raus, vor allem vor Silvester, "damit sie keinen Stallkoller bekommen", so Thomas Engelhardt. Er hofft, dass keine Raketen ins Gehege stürzen, "nicht dass die panisch loslaufen. Die nehmen alles mit." Eva, Klara und Lumpi haben dagegen eine richtig dicke Haut. Während die Silvesterknaller richtig laut am Neujahrshimmel krachen, träumen sie in ihrem Nashornstall bereits von ihren großen Geburtstags-Heutorten - "mit Möhren, Salat und Äpfeln garniert", sagt Bernd Tippel.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen