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Sopranistin Marta Kosztolanyi : Weihnachten bei der Csardas-Fürstin

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Die Sopranistin Marta Kosztolanyi vom Mecklenburgischen Staatstheater bereitet sich auf die Hauptrolle in Kalmans Operette vor und tritt bei den Silvesterkonzerten als Solistin in Beethovens IX. Sinfonie auf.

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erstellt am 26.Dez.2012 | 07:44 Uhr

Altstadt | Für Künstler gibt es keine klassischen Feiertage. Selbst während des Weihnachtsfestes und zum Jahreswechsel sind sie im Einsatz. So auch Marta Kosztolanyi, Sängerin am Mecklenburgischen Staatstheater. Die Sopranistin tritt als Solistin in Beethovens IX. Sinfonie auf, die am 29., 30. und 31. Dezember im Großen Haus sowie am 6. Januar in der Kölner Philharmonie aufgeführt wird. Außerdem steckt sie mitten in den Proben für Emmerich Kalmans Operette "Die Csardas-Fürstin". Dort spiel sie die weibliche Hauptrolle, singt die Partie der Silva, die ihr wie auf den Leib geschneidert ist. Aber nicht nur, weil sie gebürtige Ungarin ist. "Ich liebe diese Rolle mit ihren vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten, ich kann singen, tanzen, sprechen", schwärmt Marta Kosztolanyi und lässt ihr ungarisches Temperament aufblitzen.

Doch eigentlich fühle sie sich als Europäerin, wie sie selbst sagt. "Ich bin zwar in Ungarn aufgewachsen, aber lebe schon seit vielen Jahren in Deutschland. Mein Mann kommt aus Dänemark und unsere Kinder sind hier geboren. Wir sind Europäer." Gefeiert wurde daher ganz normal mit Weihnachtsbaum, Weihnachtsmann und Geschenken, erzählt die Sängerin. Heiligabend gab es Fisch, an den Feiertagen Festtagsbraten. Einziger Unterschied: Es wurden nicht nur deutsche Weihnachtslieder gesungen, sondern auch ungarische und dänische, denn die Kinder wachsen dreisprachig auf.

Marta Kosztolanyi fühlt sich wohl in Schwerin. "Es ist eine wundervolle Stadt, die mich mit dem vielen Wasser an meine Kindheit erinnert. Ich den Ferien war ich immer bei meinen Großeltern am Balaton", erzählt sie. Den Umzug von München nach Friedrichsthal habe sie nicht bereut. "Wir sind hier so freundlich empfangen worden, wir haben wunderbare Nachbarn im Holunderweg", schwärmt sie. Die Kinderbetreuung sei einzigartig. "Schwerin ist eine kulturvolle Stadt und ich habe gleich gemerkt: Die Schweriner lieben ihr Theater", sagt sie bewundernd. Sie habe noch nie erlebt, dass sich Bürger und Kommunalpolitiker derart vehement für ein Theater einsetzen, wie hier, sagt die Künstlerin voller Respekt.

Ihre musikalische Ausbildung begann Marta Kosztolanyi im Rundfunk-Kinderchor Ungarn, mit dem sie durch ganz Europa und sogar nach Japan reiste. Sie studierte zunächst Klavier, Chorleitung und Musiktheorie an der Franz Liszt Musikakademie in Budapest und absolvierte dann ihr Gesangsstudium bei Prof. Rolf Sartorius und Kammersängerin Edith Mathis an der Musikhochschule Wien. "Es war unglaublich, ich hatte bei der Aufnahmeprüfung so ein Herzklopfen. Wir waren mehr als 180 Bewerber und nur zwölf wurden genommen. Ich konnte kein Wort Deutsch, hatte keine Freunde oder Bekannten in Österreich und wurde dennoch genommen. Ich war so glücklich", erinnert sie sich. Im letzten Studienjahr wirkte sie an einer Hochschul-Inszenierung der "Entführung aus dem Serail" mit - und fiel den Talentesuchern auf. Von 1995 bis 2000 war die Sopranistin festes Ensemblemitglied am Stadttheater Bern. 2000 wurde sie am Staatstheater am Gärtnerplatz in München engagiert, sang Repertoirerollen wie Ilia (Idomeneo), Fiordiligi (Così fan tutte), Marzelline (Leonore), Micaela (Carmen), Antonia (Hoffmanns Erzählungen), Lauretta (Gianni Schicchi), Mimì (La Bohème), Undine (Undine). Als Gräfin Mariza war sie 2004 für den Münchner Merkur-Theaterpreis nominiert.

Seit Beginn dieser Spielzeit ist Marta Kosztolanyi festes Ensemblemitglied am Mecklenburgischen Staatstheater. Gleich nach ihrem ersten Auftritt im Queens-Klassik-Projekt habe sie viel Zuspruch bekommen, echtes Interesse und viel Sympathie gespürt, erzählt sie glücklich. Es folgte die Rolle als Contessa di Almaviva in Figaros Hochzeit. Nun steigt die Gräfin zur Fürstin auf, zur Csardas-Fürstin.

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