Mallorquiner feiert mit Senioren : Weihnachten auf Spanisch

Mallorquinische Weihnachtsbaumschmuck  ist viel üppiger, als unser deutscher. In diesem Jahr feiert der spanische Auszubildende Ruben Alexander  mit den Altenheimbewohnern am Grünen Tal ein temperamentvolles Fest.
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Mallorquinische Weihnachtsbaumschmuck ist viel üppiger, als unser deutscher. In diesem Jahr feiert der spanische Auszubildende Ruben Alexander mit den Altenheimbewohnern am Grünen Tal ein temperamentvolles Fest.

Der angehende Altenpfleger Ruben Alexander kommt von der Insel Mallorca und kümmert sich während der Festtage liebevoll um Schweriner Senioren

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26. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Seine Landsleute sind über die Weihnachtsfeiertage alle in die spanische Heimat gefahren – nur der Mallorquiner Ruben Alexander Lorenzo Taubrez ist in Schwerin geblieben. Natürlich vermisse er seine Familie, seine Freunde und die üppige spanische Weihnachts-Deko, aber die Bewohner der Sozius-Einrichtung „Am Grünen Tal“ brauchen ihn jetzt. Der 34-Jährige macht in der Landeshauptstadt eine Ausbildung zum Altenpfleger. Drei Monate ist er schon dabei. „In Spanien hätte ich diese Chance nie gehabt, dort muss man viel Geld für so eine Ausbildung bezahlen“, sagt Ruben Alexander. Dafür habe es bei ihm nie gereicht, kurzerhand habe er sich nach Deutschland beworben. Seit dem 24. Mai ist er jetzt hier, hat drei Monate Land, Leute und Sprache kennen gelernt und im September seine Ausbildung begonnen – den theoretischen Teil in der internationalen Schule Ecolea in Schwerin, den praktischen Part in der Sozius-Einrichtung Haus „Am Grünen Tal“.

Die zunächst etwas ungewöhnlich erscheinende Konstellation, dass Südeuropäer in Schwerin arbeiten, wird künftig wohl eher die Regel als die Ausnahme sein. Denn angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland und der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Spanien, Portugal, Griechenland und anderen Staaten bietet die Europäische Union nun die Möglichkeit, Angebot und Nachfrage völlig problemlos zusammenzuführen.

Ruben Alexander jedenfalls musste nicht lange überlegen. Klar, vermisse er seine Familie, die weihnachtlichen Traditionen und das gute Essen. An den Festtagen komme bei ihm zu Hause Reis mit gebackenem Huhn auf den Tisch, erzählt er. In Spanien drehe sich das Fest vor allem um die Kinder, die reichlich beschenkt würden. Hier, in der Landeshauptstadt, kümmert sich Ruben Alexander heute und am ersten Weihnachtsfeiertag in seiner Frühschicht um die Alten. Die große Weihnachtsfeier haben die Bewohner schon hinter sich, deshalb wird es an den Feiertagen vor allem familiär zugehen. Dann kommen die Angehörigen in die Einrichtung, gehen mit den Senioren spazieren oder holen sie nach Hause. Zu sehen, wie die deutschen Familien gemeinsam Weihnachten feiern, mache ihm nicht so viel aus, sagt der Mallorquiner. „Ich war im November erst zu Hause. Das war total schön.“ Jetzt müsse er ein bisschen durchhalten, im Februar sehe er seine Lieben und Freunde aber schon wieder.

Seine deutschen Kollegen würden sich gut um ihn kümmern. „Ja, die Sprache ist noch etwas schwierig“, sagt er mit seinem spanischen Akzent und lacht. Aber er lerne jeden Tag dazu. Anders geht es auch nicht: „In der Schule sprechen die Lehrer sehr schnell, da muss ich genau aufpassen“, erzählt der Spanier. Aber in einem fremden Land, von vorn zu beginnen, ist für ihn dann doch nicht so ganz neu. Der Deutschen Urlaubsinsel Nummer eins, Mallorca, ist nicht die ursprüngliche Heimat von Ruben Alexander. „Ich lebe dort erst seit sieben Jahren, eigentlich komme ich aus der Dominikanischen Republik“, berichtet der Dunkelhaarige.

Jetzt nennt er Schwerin sein Zuhause. In drei Jahren schließt Ruben Alexander seine Ausbildung ab, danach würde er gern als Altenpfleger in Deutschland arbeiten. „Dann wird meine Sprache auch besser sein und ich werde vielen einiges Voraus haben“, sagt er. Aber bis es so weit ist, wird er weiterhin spanisches Temperament im Haus „Am Grünen Tal“ versprühen – nur an Silvester nicht. „Da geht es erst einmal nach Berlin zum Brandenburger Tor“, sagt er. Dort will der Spanier mal einen typisch deutschen Jahreswechsel erleben.

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