Crivitzer Schulen : Weihnachten auf Australisch

Auf seiner Weltreise hat Pete McNamara Station in der Crivitzer Grundschule gemacht. Auch den Schülern der Klasse 1d mit Lehrerin Kerstin Koberstein erzählte der Australier, dass in seiner Heimat Weihnachten mit 30 Grad und Grillen gefeiert wird.
Auf seiner Weltreise hat Pete McNamara Station in der Crivitzer Grundschule gemacht. Auch den Schülern der Klasse 1d mit Lehrerin Kerstin Koberstein erzählte der Australier, dass in seiner Heimat Weihnachten mit 30 Grad und Grillen gefeiert wird.

Ein Weltenbummler erklärt Crivitzer Grundschülern, dass es in seinem Heimatland erst am 25. Dezember Geschenke gibt

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19. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Es gab einem Tag im Jahr des kleinen Pete McNamara, da musste er ganz stark sein. Der 24. Dezember. Das war der Tag, an dem die deutschen Kinder an seiner Schule im australischen Melbourne schon Weihnachtsgeschenke bekamen. „Wir waren sauer auf die die Deutschen, weil wir noch warten mussten. In Australien wird Heiligabend nicht gefeiert und so bekommen wie immer erst am 25. Dezember die Geschenke.“

Heute ist Pete McNamara 32 Jahre alt und und versteht sich bestens mit deutschen Kindern. Mit großen Augen schauen die Mädchen und Jungen der Klasse 1d im Hobbyraum der Grundschule Crivitz ihren Gast an und wundern sich. In Australien gibt es keinen Nikolaus? Und keinen Schnee? „Bei uns haben wir jetzt um die 30 Grad.“ Hochsommer, T-Shirts, Strandleben, Grillen – das passt so gar nicht in die Weihnachtswelt der Crivitzer Kinder. Dass es in Australien aber wenigstens Weihnachtsbäume gibt, das beruhigt sie. Etwas. Denn statt Tannen, die dort nicht wachsen, stehen in den Wohnstuben chilenische Kiefern – oder Plastikbäume.

Ganz unaufgeregt hält Pete McNamara der Lautstärke im Schulraum stand, lässt sich ausfragen und stellt selbst Fragen. „Wie bin ich wohl von Australien nach Deutschland geflogen?“ Zwischen zwei und 100 Stunden sind alle Antworten dabei. 24 Stunden, die braucht es letztlich, um fast um die halbe Welt zu reisen. Apropos Reisen. Pete McNamara ist ein Weltenbummler. Er studierte in Berlin, lebte lange in Buenos Aires und Teheran. Er spricht fließend spanisch, persisch und deutsch. „Dann habe ich in Australien gearbeitet und gespart“, sagt er. Und während seine Freunde jetzt große Autos fahren oder im eigenen Haus wohnen, hat er sich vor drei Jahren fürs Weltenbummeln entschieden. Und wie kommt er nach Crivitz in Mecklenburg-Vorpommern? „Ich habe Pete während des Studiums in Berlin kennen gelernt. Seitdem besucht er mich ab und zu“, sagt Grundschullehrerin Agnes Bethke. Jetzt verbringt der Australier zwei Wochen in Groß Niendorf und kann ausschlafen, wenn er nicht gerade vier Schulstunden in Crivitz mit den Erst- und Zweitklässlern verbringt, um ihnen etwas über seine Heimat zu erzählen. Bevor Pete McNamara weiter nach Afrika und dann zurück nach Melbourne fliegt, feiert er noch in Deutschland Weihnachten. Mit Geschenken, die er schon am 24. auspacken darf.

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