Aktion Brustkrebs-Patienten : Weiche Kissen für harte Zeiten

Kissen über Kissen für die Klinik: Mehr als 500 von ihnen hat Katrin Staak im vergangenen Jahr genäht.
Kissen über Kissen für die Klinik: Mehr als 500 von ihnen hat Katrin Staak im vergangenen Jahr genäht.

Katrin Staak gründet in Wittenförden einen Verein, der von Brustkrebs betroffenen Frauen mit Herzkissen unter die Arme greift

svz.de von
10. Juni 2016, 12:00 Uhr

Wenn sie vom Alltag abschalten will, dann schaltet Katrin Staak in Wittenförden ihre Nähmaschine an. Dann rattert die Nadel oft stundenlang, dann entstehen Türstopper in Mäuseform, Patchworkdecken oder Mützen – und Kissen in Herzform. Sie sind für Katrin Staak eine Herzensangelegenheit, denn die weichen Kissen sind für Frauen bestimmt, die gerade eine harte Zeit durchmachen, weil sie Brustkrebs haben. Für viele Brustkrebspatientinnen sind die Herzkissen mehr als nur ein hübsches Trostpflaster, das nach einer Brust-Operation auf ihrem Krankenbett liegt. Solch ein Kissen wird unter die Achsel geklemmt und soll nach einem Eingriff den Wundschmerz lindern.

Katrin Staak ist 50 Jahre alt, Angestellte einer Krankenkasse, Mutter von zwei Töchtern und lebt seit rund zehn Jahren in Wittenförden. Seit einigen Jahren macht sie aus Bettwäsche, Stoff und Füllmaterial die Kissen. Erst mit Unterstützung, 2015 dann fast alleine. 500 Herzkissen hat sie im vergangenen Jahr hergestellt, die zum größten Teil an die Helios-Klinik in Schwerin gingen. „Etwas Gutes zu tun“, sagt Staak, „tut auch mir gut“.

Zu helfen, das ist die Intention. Und jetzt wird dieses Engagement neu organisiert. „Wir sind dabei, einen Verein zu gründen“, sagt Katrin Staak. Etwa ein Dutzend Mitstreiterinnen habe sie über die Facebook-Seite „Schweriner helfen Schweriner“ und über die Gruppe „Freunde der Kultur in Wittenförden“ gefunden. Sie kommen direkt aus dem Dorf, aus Schwerin und Dümmer und wollen beim künftigen Verein „Wittenfördener Herzkissen“ mitmachen. Katrin Staak wäre bereit, als Vereinsvorsitzende die Fäden in der Hand zu halten. Solche Vereine, so Staak, gäbe es bereits deutschland- und auch europaweit.

Etwa zwei Euro – so teuer ist laut Katrin Staak die Herstellung eines einzelnen Kissens. Spendengelder von Firmen oder in seltenen Fällen auch von Privatpersonen decken die Kosten für die Füllwatte. Andere Materialien kommen als Spende herein. „Darauf sind wir angewiesen“, sagt die Näherin und unterstreicht, dass die Herzkissen ein geschütztes Produkt seien und nicht für den Verkauf bestimmt seien. Der Verein in Gründung will jetzt auf sich aufmerksam machen, sich bei verschiedenen Veranstaltungen präsentieren. Auch ein Projekt Schülerarbeit ist angedacht. „So können Kinder wieder an eine Nähmaschine und auch an das Ehrenamt herangeführt werden“, sagt die Organisatorin. Wer den Verein „Wittenförderner Herzkissen“ unterstützen möchte, kann sich mit Katrin Staak unter der Telefonnummer 0173/3622254 in Verbindung setzen.

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