Crivitz : Wehrführung mit Modellcharakter

Auch das Erstellen von genauen Lage- und Wege-Skizzen gehörte zu den Aufgaben der Teilnehmer.
Auch das Erstellen von genauen Lage- und Wege-Skizzen gehörte zu den Aufgaben der Teilnehmer.

Allein mit Retten ist es nicht getan: Wenn Versicherung oder Staatsanwalt anrufen, müssen die Brandschützer lückenlos Auskunft geben

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19. März 2018, 09:00 Uhr

Hose, Stiefel, Helm und frische Wäsche. Das hatte jeder Teilnehmer in den Koffer gepackt. Amtswehrführer Markus Eichwitz und sein Stellvertreter Tim Kuhlmann mussten noch etwas Platz für eine Reihe dicker Aktenordner lassen, die sie mit zur Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz nach Malchow nahmen. Denn Dokumente waren auch bei diesem Einsatz-Wochenende notwendig. Wenngleich es „nur“ eine Reihe von Übungen waren, die die Mitglieder der Amtswehrführung des Amtes Crivitz und die Mitstreiter der Atemschutz-Notfall-Trainierten-Staffel zu absolvieren hatten. Insgesamt 30 Brandschützer hatten sich für dieses intensive Training angemeldet. „Ohne diesen ganzen Papierkram geht es heutzutage nicht mehr“, sagt Markus Eichwitz.

Die Grundpfeiler, auf die jeder Einsatz der Brandschützer fußt, seien zwar immer noch Bergen, Löschen, Retten , Schützen. Doch Belegen und Beweisen haben sich hinzugesellt. „Wir müssen jeden Schritt dokumentieren, denn nicht nur die Versicherungen wollen heute alles nachvollziehen können, auch die Polizei und der Staatsanwalt fragen immer öfter nach“, erklärt der Amtswehrführer. Das sei auch einer der Gründe, warum ein Löschtrupp mit Wasser und Schlauch allein heutzutage nicht mehr ausreiche.

Bei Großlagen werde die Amtswehrführung alarmiert, um sich dann um die Organisation, Dokumentation und Koordinierung der einzelnen Wehren zu kümmern. Damit das im Ernstfall gut klappt, werde regelmäßig geübt. „Das geht am besten in Malchow, da haben wir optimale Bedingungen und können diesmal auch die Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel einbeziehen“, sagt der Crivitzer. Bei Letzterer gehe es primär um den Eigenschutz. Die Träger von Atemschutzgeräten seien direkt am Brandherd, am stärksten gefährdet und bräuchten eine spezielle Absicherung. Im Ernstfall sei keine Zeit für lange Überlegungen oder Experimente. „Auch wenn manche es belächeln. Das Üben ist das A und O. Schließlich wollen alle nach jedem Einsatz wieder heil nach Hause kommen“, sagt die Amtswehrführung unisono. Das habe in den vergangenen zwei Tagen bestens geklappt: „Wir haben das Ziel sogar mehr als erfüllt. Die Truppe arbeitet gut zusammen und mit der können wir auch große Einsätze ohne Bedenken meistern“, so der Amtswehrführer. Was nach diesem Wochenende übrig bleibt, sei etwas Muskelkater und die Gewissheit, „ auf dem richtigen Weg zu sein“. Das zeigen Anfragen von Wehren aus dem ganzen Land. „Die jüngste kam von der Insel Rügen. Sie würden unser Prinzip gern übernehmen“, sagt Markus Eichwitz und freut sich, dass die Arbeit der Crivitzer Schule macht.

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