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Verkehrssituation in Schwerin : Weg durch den Baustellen-Dschungel

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Umleitungen, Sperrungen, Halteverbote und Geschwindigkeitsreduzierungen - sie scheinen in Schwerin kein Ende zu nehmen. Autofahren in der Stadt ist auch nach Rollsplit-Tagen und Gas-Havarie eine Herausforderung.

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2013 | 06:58 Uhr

Schwerin | Umleitungen, Sperrungen, Halteverbote und Geschwindigkeitsreduzierungen - sie scheinen in Schwerin kein Ende zu nehmen. Autofahren in der Landeshauptstadt ist auch nach Rollsplit-Tagen und Gas-Havarie am Bürgermeister-Bade-Platz immer noch eine Herausforderung. Manche Schweriner ärgern sich jeden Tag über Staus, andere haben Schleichstrecken entdeckt oder meiden die Rush-Hour. Wie schlimm ist es wirklich? SVZ machte den Test - von Süden nach Norden.

Wer am späten Vormittag über die B 106 aus Richtung Ludwigslust nach Schwerin fährt, der muss an der Baustelle Fährweg-Bahnübergang nur kurz halten. Bis Ende November wird hier die Straße saniert und dazu halbseitig gesperrt. Gegen 11 Uhr muss man hier eine Baustellenampel-Phase lang warten, und weiter gehts, vorbei an Baufahrzeugen und durch einige unangenehme Schlaglöcher. Ansonsten kein Problem. Doch morgens und am frühen Abend sieht die Lage hier ganz anders aus. Über mehrere Kilometer staut sich der Verkehr, Wartezeiten von 45 Minuten sind keine Seltenheit. Vom Straßenbauamt und auch von findigen Ortskennern wird eine Umleitung über die Dörfer empfohlen - also Banzkow, Plate und schließlich Neu Zippendorf.

Dafür hat sich die Lage wenige Kilometer weiter in Schwerin entspannt. Der Obotritenring ist aktuell baustellenfrei bis zur Aubachbrücke. Die Fernwärmeleitungen sind unter der Erde, nur in der Von-Thünen-Straße gibt es noch eine kleine Sperrung. Sogar die Rudolf-Breitscheid-Straße ist wieder geöffnet - allerdings leiden die Stoßdämpfer immens auf der Buckelpiste. Bagger und Absperrungen gibt es noch reichlich und gleich am Demmlerplatz stößt man auf die nächste Sperrung - die Steinstraße ist verriegelt, dort prangt ein neues Einbahnstraßenschild.

So ungewohnte Verkehrsführungen sind die Anwohner rund um den Platz der Freiheit seit Monaten gewohnt. Grund für diese Veränderungen: Der Nahverkehr lässt hier seine Straßenbahnen warten, die dann auf einem Gleis in die Innenstadt fahren. Dort wird immer noch die Lübecker Straße aufgepflastert - Endarbeiten der Marienplatz-Sanierung, die 2012 den Kunden und Geschäftsleuten einiges abverlangt hatte.

Der Weg von Nord nach Süd führt jetzt an den neuralgischen Punkt, den Bürgermeister-Bade-Platz, wo bis Mitte November nur eine schmale Spur pro Richtung zur Verfügung steht. Hier wird die Aubachbrücken-Unterführung vierspurig ausgebaut. Tatsächlich muss schon auf Höhe Güterbahnhofstraße gebremst werden, dann geht es aber sehr zügige Richtung Kreuzung und links ab, ohne Gegenverkehr. Die Ampeln sind so geschaltet, dass Autos und Busse in jeder Richtung durchkommen. Tagsüber geht das ohne Zeit- und Nervenverluste, im Berufsverkehr indes wird der Bürgermeister-Bade-Platz eine herbe Geduldprobe, zumal wenn Laster und Busse um die Kurven zirkeln. Eine letzte Hürde soll nun noch auf der B 106 in Medewege liegen. Doch siehe da: Die Erneuerung der Asphaltschicht, die inklusive Umleitung über Wickendorf bis 11. September dauern sollte, ist schon Geschichte. Alles fertig. Die Baken stehen abholbereit am Straßenrand, die Fahrbahn ist markiert. Null Staugefahr.

Unser Fazit: An normalen Regentagen sind die großen Pfützen, z.B. am Ostorfer Ufer oder auf der Crivitzer Chaussee, lästiger als die Baustellen. Aber der Berufsverkehr leidet unter ihnen. Unser Tipp: Ruhe bewahren und vielleicht ein wenig früher oder später losfahren! Von Hamburger Verhältnissen ist Schwerin nun wirklich weit entfernt.

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