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Schwerin will neuen Radweg : Weg auf Dwang wird frei gemacht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen beräumen Schneise für neuen Radweg am Ostorfer See. Naturfreunde kritisieren Abholzung

von
erstellt am 25.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Kreischende Motorsägen auf dem Dwang – das sorgt für Aufregung. Besorgte Bürger sprechen von großräumigen Rodungen, von einer Schneise der Verwüstung am Ufer des Ostorfer Sees. Dort soll der Radweg entstehen, der als Lückenschluss zwischen Griemkesee und Faulem See die Radferntrasse über den Dwang und die Krösnitz führen wird.

Wie sieht die Realität aus? Tatsächlich sind Mitarbeiter der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS) seit Wochenbeginn dabei, den Uferbereich zu beräumen. Die Anwohner hatten nach zweimaliger Aufforderung durch die Stadt ihre bis ans Wasser reichenden Zäune und Gartenanlagen größtenteils zurückgebaut, so dass der Durchgang vom Radweg am Bahndamm bis zum Weg in den Kleingärten nahe des südöstlichen Zipfels der Halbinsel theoretisch möglich ist. Praktisch ist er das aber nicht. Hecken, Gestrüpp, Unrat, Holzstapel versperren den Weg. „Das beräumen wir jetzt und machen den Durchgang erst mal soweit frei, dass die Schweriner den Dwang wandernd umrunden können“, sagt Marlies Bachmann von den SDS. Dabei würden auch Motorsägen zum Einsatz kommen, um Haselnussbüsche, Koniferen und weitere Gehölze abzunehmen. „Ja, wir haben auch zwei kleinere Bäume, eine Erle und eine Pappel, abgesägt, die jedoch nicht unter die Baumschutzsatzung fallen“, betont die Projektleiterin. Sie verweist zugleich darauf, dass die gesamte Baumaßnahme mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt und genehmigt sei.

Das weiß auch der BUND. „Natürlich tut es mir um jeden Busch leid, der dort abgeholzt wird“, sagt BUND-Chefin Corinna Zwielag. Doch von Umweltfrevel könne keine Rede sein. Die Situation auf dem Dwang unterscheide sich grundlegend von der am Burgsee. „Bei der Aktion auf dem Dwang werden viele dort naturuntypische Pflanzen wie Koniferen, Bambus, Kirschlorbeer und Ziergräser weggenommen“, so Cwielag. Wichtig sei vor allem, dass Uferkante und Schilfgürtel erhalten bleiben.

Doch die sind von zahlreichen Anliegern in den vergangenen Jahren arg demoliert worden. Das Röhricht fehlt bereichsweise gänzlich, Baumstümpfe zeigen, wo einst wirklich große Weiden und Erlen standen. Einige Flächen sind versiegelt, größere Bäume hochgeastet, andere gekappt. „Dort werden wir die Ausgleichsmaßnahmen für unsere Eingriffe ansetzen“, sagt Bachmann. Der Brückenbau soll 2018 beginnen.

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