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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. September 2017 | 17:23 Uhr

Neues Gesicht : Wechsel an Crivitzer Stadtspitze

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Britta Brusch-Gamm von der Wählergemeinschaft gewinnt überraschend klar die Bürgermeister-Wahl

svz.de von
erstellt am 26.Mai.2014 | 22:52 Uhr

Überraschend klar ging Britta-Brusch-Gamm von der Wählergemeinschaft aus der Bürgermeister-Wahl in Crivitz als Siegerin hervor. Nach vorliegenden Zahlen erhielt sie von den 2446 gültigen Stimmen 1527. Das bedeutet die absolute Mehrheit. Auf Amtsinhaber Ulrich Güßmann (CDU) entfielen 619 und auf Helmuth Schröder (SPD) 300 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 58 Prozent.

Gegen 1.30 Uhr am Montagmorgen habe sie das vorläufige Ergebnis – ohne Briefwahl– erfahren. „Unsere Crivitzer Wählergemeinschaft ist mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Und ich persönlich auch. Die absolute Mehrheit zu bekommen, das war nicht unbedingt von vornherein absehbar. Eine Stichwahl war daher durchaus denkbar“, so die Wahlsiegerin. Viele Crivitzer hätten die Wählergemeinschaft, die sich erst im Februar 2014 gegründet hatte, anfangs nicht ernst genommen, meint Brusch-Gamm rückblickend „Ich glaube schon, dass wir unterschätzt worden sind. Deshalb danke ich allen Mitstreitern, die mitgeholfen haben, dieses tolle Wahlergebnis einzufahren.“

Drei Sitze in der neuen Stadtvertretung – das war das angestrebte Ziel der Crivitzer Wählergemeinschaft. Dass es nun sogar fünf geworden sind, sei umso besser. Wie in der Stadtvertretung Mehrheitsverhältnisse gebildet werden können, dazu wollte sich die künftige ehrenamtliche Bürgermeisterin noch nicht äußern. „Das muss man erst noch sehen.“

Gepunktet habe die Wählergemeinschaft, so die Crivitzerin, mit bürgernahen Themen. Als es um einen möglichen Trägerwechsel der kommunalen Kita „Uns Lütten“ gegangen war, habe die Bürgerinitiative „Bürger für Crivitz“ mit ihr als Motor die Problematik öffentlich gemacht. „So eine relevante Frage kann man nicht in kleinem Kreis besprechen. Das gehört in die Öffentlichkeit.“ Die Einbeziehung der Bürger vor grundlegenden Entscheidungen halte sie für sehr wichtig. Und das, so glaube sie, haben die bislang in der Stadtvertretung etablierten Parteien unterschätzt. Wieder mehr gemeinsam für Crivitz erreichen, das sei ausschlaggebend für die Wählergemeinschaft. Dazu gehöre auch, die Arbeit in den Vereinen entsprechend zu würdigen, zum Beispiel mit einem gemeinsamen Vereinsfest, betont sie. Die Wählergemeinschaft habe mehr als Polemik angeboten, nämlich auch gemeinnütziges Engagement. Brusch-Gamm: „Wir wollen wieder ein stärkeres Miteinander, das in den vergangenen Jahren vernachlässigt wurde.“

Dem bisherigen Amtsinhaber Ulrich Güßmann zollte sie Respekt für die Arbeit in den zurückliegenden 20 Jahren. Doch ein Wechsel an der Stadtspitze habe sich schon vor fünf Jahren angedeutet. Damals ging der Amtsinhaber mit seinem Herausforderer Wolfgang Lubos in die Stichwahl, die Güßmann äußerst knapp für sich entscheiden konnte. Brusch-Gamm: „Die Stimmung für einen Wechsel war schon damals da.“ Britta Brusch-Gamm gehört der Stadtvertretung bislang nicht an. Das Zusammengehen der drei Ämter Crivitz, Banzkow und Ostufer Schweriner See hat sie verfolgt, an den öffentlichen Beratungen von Amtsausschuss und Stadtvertretung als Zuschauer teilgenommen – und sich so einen Einblick verschafft.

Ulrich Güßmann, der jahrelang die Geschicke der Stadt gelenkt hat, ist enttäuscht über das Ergebnis. „Ich hätte mir ein besseres gewünscht. Aber die Bürger haben so entschieden. Das Votum ist eindeutig zu Gunsten von Frau Brusch-Gamm ausgegangen. Meinen herzlichen Glückwunsch. Das ist eine demokratische Entscheidung, und als Realist muss man das anerkennen. Ich sage toi, toi, toi für die anstehenden Aufgaben.“

Gründe für das schlechte Abschneiden vermag Güßmann noch nicht zu sagen. „Vielleicht waren die Themen der Wählergemeinschaft aktueller als unsere von der CDU.“ Seine Partei habe immer versucht, Sachpolitik zu machen. Die CDU hat fünf Sitze für die neu zu bildende Stadtvertretung erreicht, auch Güßmann hat einen Sitz.

Helmuth Schröder, der dritte Bürgermeister-Kandidat, gratuliert der Wahlgewinnerin. Das Ergebnis müsse man so akzeptieren, wie es ist.

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