Erdwärme für Schwerin : Wassersuche mit kleinen Erdbeben

Hier wird gemessen: Auf diesen drei Strecken sind die Spezialfahrzeuge von Mittwoch bis voraussichtlich Montag im Stadtgebiet unterwegs.  Grafik: Stadtwerke
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Hier wird gemessen: Auf diesen drei Strecken sind die Spezialfahrzeuge von Mittwoch bis voraussichtlich Montag im Stadtgebiet unterwegs. Grafik: Stadtwerke

In Vorbereitung des Baus der Geothermie-Anlage in Lankow lassen die Stadtwerke die Erdwärme-Vorräte unter Schwerin erkunden

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23. August 2016, 05:00 Uhr

Von morgen an rollen die drei Speziallaster der Firma DMT im Konvoi und im Schritttempo durch Schwerin – und werden durch ihre Erkundungstour in bis zu 2000 Meter Tiefe für die übrigen Verkehrsteilnehmer zeitweise sicher zur Geduldsprobe. Denn wenn die Fahrzeuge auf der Umgehungsstraße unterwegs sind, haben alle anderen Autofahrer ja meist noch die zweite Fahrspur. Auf der B104 sieht das aber ganz anders aus. „Wir werden mit Streckenposten und Sicherungsfahrzeugen Überholmöglichkeiten schaffen“, verspricht Rene Rüdiger, Bereichsleiter Wärmenetz der Stadtwerke. Er koordiniert die Vorbereitung für die Geothermie-Anlage, die in zwei Jahren von Lankow aus Erdwärme ins Schweriner Netz speisen soll (SVZ berichtete).

Doch dafür braucht es erst einmal genaue Messungen. Dazu werden durch die drei Spezialfahrzeuge künstliche Vibrationen erzeugt, die sich durch das Erdreich bewegen und von so genannten Geophonen aufgenommen werden. Letztere sind entlang der Fahrtstrecken gespannt. Durch Analysen vom Verlauf und der Veränderung der Vibrationen können Rückschlüsse auf den Verlauf, die Stärke und die Zusammensetzung einzelner Erdschichten gezogen werden – und damit Informationen über Warmwasserschichten.

Die Vorbereitungen haben längst begonnen. Im ersten Schritt wurden die Messpunkte festgelegt und am Straßenrand mit Farbmarkierungen bzw. Holzpflöcken gekennzeichnet. Danach folgte seit gestern das Auslegen der Geophone.

Die Messungen erfolgen auf drei Routen. Die Route 1 beginnt voraussichtlich am Mittwoch auf der B104 an der Abfahrt nach Wahrholz – das ist rund zwei Kilometer vor der Kreuzung Brüsewitz – und führt 9,7 Kilometer lang durch Friedrichsthal und über die Lübecker Straße. Sie endet geplant am Donnerstag zwischen der Kreuzung Obotritenring und dem Platz der Freiheit. Die Route 2 ist 7,7 Kilometer lang und verläuft voraussichtlich ab Freitag auf der Umgehungsstraße B104 ab Aubachbrücke nahe der Ampelkreuzung Kirch Stück stadteinwärts bis zur Ausfahrt Neumühle. Vorgesehen sind dafür ebenfalls zwei Tage. Die Route 3 führt über zwei Kilometer ab Ortsausgang Wickendorf bis zum Biohof Medewege. Dafür ist ein Messtag eingeplant.

Die Stadtwerke haben eine Hotline – Telefon 633 33 66 – eingerichtet, unter der sich Schweriner informieren und Antworten auf Fragen erhalten können. Morgen von 16 bis 18 Uhr gibt es in Lankow am Heizwerk zudem eine Technikschau.

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