zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 18:00 Uhr

Energie : Wasserstoff soll für warmes Haus sorgen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Forschungsinstitut arbeitet an neuer Heizungsart für Eigenheime

svz.de von
erstellt am 15.Dez.2015 | 12:00 Uhr

Können sich Eigenheimbesitzer schon in naher Zukunft von Energierechnungen verabschieden? Das Schweriner Forschungsinstitut Hiat im Technologie- und Gewerbezentrum entwickelt derzeit gemeinsam mit der Firma Hydyne eine energieautarke Anwendung auf Wasserstoffbasis zur autonomen Wärmeversorgung von typischen Einfamilienhäusern mit einer Wohnfläche von etwa 120 Quadratmeter und einem Energiebedarf von 7000 Kilowattstunden pro Jahr.

Unterstützt wird das Vorhaben von der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern und dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung. Das Forschungsinstitut Hiat gGmbH beschäftigt sich bereits seit mehr als zehn Jahren erfolgreich mit alternativen Energiewandlungssystemen.

Und so könnte die Technik funktionieren: Über Windströmungsturbinen bzw. Solaranlagen wird für das Eigenheim Strom erzeugt, der dann für die Spaltung von Wasser zu Sauerstoff und Wasserstoff eingesetzt wird. Der produzierte Wasserstoff wird anschließend in konventionell verfügbaren 200 bar Druckgasflaschen-Bündeln zu je zwölf Flaschen gespeichert.

Zur Erreichung des Wasserstoffdruckes von bis zu 200 bar wird es innerhalb des Forschungsprojektes notwendig, einen entsprechenden Druckelektrolyseur zu entwickeln und zu installieren. Somit könnte auf kostenintensive Wasserstoffkompressoren verzichtet werden, was sich positiv auf die Amortisation der Komplettanlage auswirken wird.

Das Problem bei der Nutzung regenerativer Energien ist offensichtlich. In den sonnenreichen und warmen Jahreszeiten wird zu viel Energie produziert. In den dunklen, kalten Jahreszeiten hingegen kann der Energiebedarf durch die Solarenergie nicht gedeckt werden. Es muss folglich sehr kostenintensive Elektro- und Wärmeenergie aus den öffentlichen Elektro- und Gasnetzen bezogen werden. Um das zu verhindern und eine tatsächliche autarke Lösung zu bieten, muss überschüssige, eigenproduzierte Energie langzeitlich zwischengespeichert werden. Der chemische Langzeitspeicher Wasserstoff dient dazu, auch schwankende Wind- oder Solarenergie effizient zu nutzen. Denn Wasserstoff kann im Gegensatz zum elektrischen Strom auch langfristig in entsprechenden Druckspeichern gelagert werden.

Zudem ergibt sich beim Heizen mit Wasserstoff eine Reihe von Vorteilen gegenüber fossilen Gasen – gerade auch mit Blick auf den Klimaschutz: Es entstehen keine CO2-Emmissionen und die Verbrennungstemperatur ist höher als beim Erdgas, wodurch auch keine Stickstoffoxide entstehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen