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Schweriner Protest : Wassersportler wollen freie Fahrt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Interessengemeinschaft will mit Demonstration Zugang zu den Buchten der Insel Kaninchenwerder erreichen

von
erstellt am 28.Apr.2017 | 08:00 Uhr

Die Wellen schlagen hoch auf dem Schweriner See. Die Wassersportler sind sauer, weil sie weiterhin die Liegebuchten der Inseln Kaninchenwerder und Ziegelwerder nicht nutzen können. Seit Oktober 2015 sind die gesperrt – aus Naturschutzgründen. Dagegen läuft die Interessengemeinschaft Schweriner Seen und Umland (Issu) Sturm. „Seit Jahrzehnten gab es eine Kompromisslösung, die an einigen Stellen das Ankern in Ufernähe erlaubte und somit die Interessen der Nutzer und des Naturschutzes berücksichtigte“, so Issu-Sprecher Eike Klemkow. Die Wassersportler verstehen vor allem nicht, aus welchen Gründen ein 100-Meter-Sperrstreifen um die Inseln gelegt wurde. „Als Grund wurde uns die angeblich gestiegene Bootsbelastung genannt“, so Klemkow. Mit Zahlen belegt sei das jedoch nicht worden. Außerdem habe es mehrfach Änderungen gegeben, was geschützt werden soll. „Einmal war es der Eisvogel dann sämtliche Wasservögel und aktuell ist es der Schilfgürtel.“ Die Liegebuchten seien aber gar nicht von Schilf bewachsen. Und eine Störung der Wasservögel gibt es nach Meinung der Segler und Motorbootfahrer auch nicht. „Die Tiere sind an den Menschen gewöhnt.“

Nach vielen Diskussionen und Protesten hatten sich die Wassersportler und das zuständige Landwirtschaftsministerium des Landes auf einen Kompromiss geeinigt. Drei der sieben Liegebuchten könnten gesperrt bleiben. „Dieser Vorschlag wurde beim Bundesverkehrsministerium eingereicht. Das Bundesumweltministerium blockiert aktuell diese Lockerung allerdings“, heißt es in einem Flyer der Issu.

Vertreter der Interessengemeinschaft haben sich an den Petitionsausschuss des Landtages gewandt und an Landwirtschaftsminister Till Backhaus – weiter gebracht hat sie das nicht. In einer Bürgersprechstunde haben sie Oberbürgermeister Rico Badenschier an sein Wahlversprechen erinnert, sich dafür einzusetzen, die Badebuchten zugänglich zu machen. „Der OB vertraut aber auf Backhaus“, sagt Eike Klemkow. „Vom Landwirtschaftsminister bekommen wir jedoch keine konkrete Aussage.“ Das Bundesumweltministerium verweist auf die „nötige Lösung des Konflikts auf Landesebene“. Der Antrag auf Änderung der Naturschutzregeln für die Inseln sei zu überarbeiten. „Einer schiebt den Schwarzen Peter dem anderen zu“, beklagt Eike Klemkow.

Und so wollen die Wassersportler nun auf andere Art auf ihr Problem hinweisen. Sie wollen am 1. Mai um 13 Uhr in der Schlossbucht „zu Wasser und zu Lande“ protestieren – „gegen die komplette Vertreibung des Menschen aus der Natur“.

Es gibt aber auch andere Stimmen. Der Naturschutzwart der Insel Kaninchenwerder, Fred-Rüdiger Knaak, begrüßt es, dass um die Inseln Sperrtonnen gelegt wurden. Damit habe das „Schweriner Hickhack“ endlich ein Ende. Und: Die „Groß-Demo mit einem Bootskorso in der Brutzeit“ sei nicht hinnehmbar.

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