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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 22:26 Uhr

Schwerin : Wasserleitung tief unter der Stör

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zur Sicherung der Trinkwasserversorgung startet die WAG das größte Investitionsvorhaben der Firmengeschichte

von
erstellt am 21.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Die Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft (WAG) hat mit der größten Einzelinvestition der Firmengeschichte begonnen. Von Raben Steinfeld aus wird eine neue Wasserleitung unter den Lewitzwiesen verlegt. Der Grund: Die Versorgung der Schweriner mit Trinkwasser soll stabil gesichert werden.

Für die neue Leitung muss kein Graben ausgeschachtet werden. „Wir werden eine 630 Meter lange Horizontalbohrung unter der Lewitz anlegen“, sagt Projektmanagerin Christina Rutkowski von der WAG. „Wir gehen dabei elf Meter unter der Sohle der Stör hindurch.“ Keine alltägliche Baustelle für die WAG. Das ist nur mit Spezialtechnik möglich. Die eingesetzte Horizontalbohrmaschine ist eine der größten, die es in Deutschland gibt.

Insgesamt drei Bohrungen werden voran getrieben: zwei für Wasserrohre mit einem Durchmesser von 300 Millimetern und eine für Steuerleitungen. Von Raben Steinfeld aus wird gebohrt, der Endpunkt liegt im Nedderfeld. Von hier aus werden auch die Leitungen eingezogen: das PVC-Rohr für die Steuerleitungen in einem Stück, die Wasserrohre werden aus Gußrohren mit Spezialkupplungen Stück für Stück zusammengesetzt.

Bevor das möglich ist, muss das Bohrgestänge drei Mal unter den Lewitzwiesen durch. Zunächst wird eine so genannte Pilotbohrung angelegt. Die wird in einem zweiten Schritt dann so aufgeweitet, dass ein 300er-Rohr hindurch passt. Zwei Wasserleitungen werden verlegt, damit im Falle einer Havarie des einen die Versorgung über das andere Rohr laufen kann.

Seit Tagen schon wird der Bauplatz am Rande der Lewitz hergerichtet. Nicht gerade zur Freude der Nachbarn. Immer wieder beschweren sie sich über den Baulärm. Ertragen müssen sie den allerdings noch bis in den April nächsten Jahres. „Wir dürfen wegen des Naturschutzes nur von Oktober bis April bauen“, sagt Christina Rutkowski. „Da werden wir eine Winterpause einlegen müssen.“

Dass die Leitung vom Wasserwerk Pinnow in die Stadt im Bereich der Lewitzwiesen jetzt erneuert wird, geschieht vorbeugend. „Die Trinkwasserversorgung für Schwerin ist nicht gefährdet“, sagt WAG-Chef Axel Krause. „Wir wollen handeln, bevor etwas passiert.“

Die alte Wasserleitung wurde 1976 verlegt. Sie besteht aus PVC-Rohren, die einfach zusammengesteckt wurden – ohne weitere Sicherung. Wegen des hohen Grundwasserstandes in der Lewitz arbeitet der Boden aber. Es könnte passieren, dass sich die Rohre auseinander ziehen. Außerdem liegt in der Stör ein Stahldüker. „Mit dieser Bauart hatten wir in der Innenstadt schon erhebliche Probleme“, sagt Christina Rutkowski. Deshalb wird jetzt unter der Stör hindurch gegangen. Die Spezialisten der WAG gehen davon aus, dass die neue Wasserleitung wenigstens 80 Jahre halten wird.

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