Schwerins Residenzensemble : Waschen für einen ganzen Hof

Früher Wäscherei, dann Brauerei, heute Restaurant: Christien Messerschmidt bietet in der „Herzoglichen Dampfwäscherei“ Köstlichkeiten zum Verzehr. Das „Groß“ vor dem „Herzog“ passte bei der Namensgebung leider nicht mehr ins Logo.  Fotos: Reinhard KLawitter
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Früher Wäscherei, dann Brauerei, heute Restaurant: Christien Messerschmidt bietet in der „Herzoglichen Dampfwäscherei“ Köstlichkeiten zum Verzehr. Das „Groß“ vor dem „Herzog“ passte bei der Namensgebung leider nicht mehr ins Logo. Fotos: Reinhard KLawitter

SVZ stellt die Teile des Residenzensembles vor – Teil 23 und Ende: Waschhaus, Bettenkammer, Krankenpferdestall, Hausverwaltung

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08. August 2016, 16:00 Uhr

Mit den Wirtschaftsgebäuden endet heute die SVZ-Reihe, in der wir die Gebäude vorstellten, die zum Residenzensemble gehören, mit dem sich Schwerin um den Titel Unesco-Weltkulturerbe bewerben will. Die meisten der Wirtschaftshäuser befinden sich am Großen Moor. Der wurde zur breiten repräsentativen Achse umgebaut, als der Marstall entstand. 1879 wurde hier eine Lindenallee gepflanzt. „In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wohnten folglich eine ganze Reihe von Hofbediensteten, darunter Hofschauspieler, am Großen Moor“, schreibt Kunsthistoriker Dr. Christian Ottersbach. „Die Südseite wurde ab 1977 im Rahmen eines rigorosen Sanierungsprogramms weitgehend niedergelegt und durch Plattenbauten mit postmodernen Anklängen ersetzt.“ Erhalten blieb der Abschnitt in unmittelbarer Nähe des Marstalls. Am auffälligsten ist heute noch das Großherzogliche Waschhaus, das als „Herzogliche Dampfwäscherei“ seit 2013 von Christien Messerschmidt als Restaurant betrieben wird. Hermann Willebrand entwarf den Klinkerbau unter flachen Satteldächern. „Als Zweckbau beschränkt sich der Fassadenschmuck im wesentlichen auf die roten Ziegelornamente und entspricht so ganz der zeittypischen Gestaltung von Industrie- und Funktionsbauten“, schreibt Ottersbach. Das Waschhaus war eine von Willebrands letzten Arbeiten in Schwerin. Gebaut wurde es 1895 – mit modernster Technik reinigten vor allem Frauen die Textilien des ganzen Hofes. Nach 1918 wurde weiter gewaschen, dann gebraut: Schall und Schwenke hatte hier eine Niederlassung, später die Lübzer Brauerei.

Gleich nebenan steht die Großherzogliche Leinenkammer, 1876 nach einem Entwurf von Willebrand errichtet. Zwei Jahre später kam die Großherzogliche Bettenkammer hinzu. „Ursprünglich waren solche Leinenkammern im Schloss selbst untergebacht, die Einrichtung eines solchen Gebäudes zeigt, wie der Raumbedarf wuchs und einzelne Funktionen ausgelagert werden mussten“, schreibt Ottersbach. Als „wichtiges Zeugnis der Hofversorgung“ gehören sie zum Ensemble.

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