Was unsere Welt bewegt

Juliane Hinz ist Volontärin unserer Zeitung in Rostock.
Juliane Hinz ist Volontärin unserer Zeitung in Rostock.

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20. Januar 2009, 10:14 Uhr

Wer wie ich in einer eher ländlichen Gegend aufgewachsen ist, kennt das vielleicht: Geht jemand am Fenster vorbei, wackeln die Gardinen. Was vor der eigenen Haustür passiert, ist dann fesselnder als jeder Krimi. Denn das ist echt und ganz nah dran.

Im Grunde genommen ist Rostock, wo ich als Volontärin arbeite, zwar kein Dorf, aber es funktioniert ähnlich. Jeder kennt jeden, irgendwie, wenn auch nur über drei Ecken. Ich persönlich bin von Natur aus an meinen Mitmenschen interessiert. Man könnte sagen, ich bin neugierig. Weil meine ständige Nachfragerei auf die Dauer penetrant rüberkommt, habe ich mir eine gute Ausrede dafür gesucht. Ich bin zur Zeitung gegangen und jetzt darf ich von berufswegen alles wissen wollen. Als Journalist kann ich mich ohne schlechtes Gewissen für alles und jeden interessieren. Und muss mich nicht hinter der Gardine verstecken. Wenn ich morgens in die Zeitung schaue, dann zuerst in den Lokalteil. Was machen die im Rathaus? Oh, im Theater gibt es ein neues Stück! Lohnt sich ein Besuch? Und hey, den da auf dem Foto kenn ich doch! Das sind die Geschichten, die ich in meiner Zeitung lesen will – und die ich liebend gern schreibe.

Sicher, wenn es um Themen geht, die die Welt bewegen, sind Internet und Co. in der Regel fixer. Aber wenn es um das geht, was meine ganz persönliche Welt bewegt, ist niemand so nah dran wie die Zeitung vor Ort. Das ist der Grund, warum ich mir um meinen Berufsstand keine Sorgen mache. Der Mensch interessiert sich eben für seine Nachbarschaft – und irgendwie ist das auch gut so.

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