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Zeitung für die Landeshauptstadt

15. Dezember 2017 | 01:57 Uhr

Bildung : Was macht eine Produktionsschule?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Junge Leute lernen in der Bildungseinrichtung Disziplin und Ordnung, erwerben die Berufsreife und bereiten sich auf die Lehre vor

svz.de von
erstellt am 09.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Haben schulverweigernde Jugendliche und Abbrecher, die schon aus dem Schulpflichtalter heraus sind, überhaupt noch eine Chance, eine Berufsausbildung zu machen? „Ja“, sagt Klaus von Rekowski, „jedenfalls wenn sie zu uns an die Produktionsschule kommen.“ Seit gut zwei Jahren gibt es die Bildungseinrichtung im Hopfenbruchweg, neben Greven bei Lübz die einzige ihrer Art in Mecklenburg.

„Wir haben derzeit 24 Schüler im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, unsere Kapazität liegt bei 30. Sie werden in kleinen Gruppen unterrichtet, haben zwei Tage Schule und drei Tage praktische Arbeit in unseren Werkstätten“, sagt von Rekowski. Ausgebildet werde in drei Fachbereichen: Metallbau und Kraftfahrzeugtechnik, Gastronomie, Hotellerie und Hauswirtschaft sowie Verkauf, Lager, Logistik und Service. Neben der Arbeit in den hauseigenen Werkstätten können die Schüler Praktika in Unternehmen der Region absolvieren.

„Ziel ist, den jungen Leuten Grundwerte wie Ordnung und Disziplin, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit zu vermitteln, sozusagen ihr soziales Umfeld zu organisieren, und ihr schulisches Wissen so zu erweitern, dass sie die Ausbildungsreife erreichen“, erklärt der Schweriner Niederlassungsleiter.

In der Metallwerkstatt fertigen die Jugendlichen zum Beispiel Zäune und Tore, Feuerschalen und Körbe. Gastronomie-Grundwissen wird in der Hauseigenen Kantine erworben. „Wir bieten Frühstück und Imbiss und zu Mittag zwei Gerichte an. So etwa 60 Portionen werden täglich zubereitet“, berichtet Bereichsleiter Frank Schlepper.

Zur Motivation wird ein Prämiensystem eingesetzt. Erfüllt der Schüler die gestellten Anforderungen, kann er drei Euro pro Tag erhalten, also am Freitag mit 15 Euro ins Wochenende gehen. „Unsere Erfolgsquote kann sich sehen lassen. Etwa 80 Prozent unserer Schüler schaffen den Abschluss“, sagt von Rekowski. Finanziert wird die Produktionsschule durch drei Säulen: von der Agentur für Arbeit, vom Jugendamt aus Mittel der Hilfen zur Erziehung und von der EU aus dem Europäischen Sozialfonds.

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