Straßen in Schwerin : Was geschieht am Immensoll?

Das Straßenpflaster hat sich stark verworfen, Autofahren ist nur noch sehr langsam und vorsichtig möglich. Im kommenden Jahr will die Stadt die Straße erneuern.
Das Straßenpflaster hat sich stark verworfen, Autofahren ist nur noch sehr langsam und vorsichtig möglich. Im kommenden Jahr will die Stadt die Straße erneuern.

Stadt will die Straße in Neumühle im kommenden Jahr sanieren – Kosten für die Anwohner stehen noch nicht fest

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27. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Anfang der 1990er-Jahre war die Straße Am Immensoll eine beschauliche Anliegerstraße. Die Anwohner hatten ihre großen Grundstücke für weniger als fünf D-Mark pro Quadratmeter kaufen können, die Fahrbahn wurde neu gepflastert.

Doch dann wurde in Neumühle gebaut. Das Wohngebiet erweiterte sich stark. In der Folge wurde die Buslinie 14 durch die Straße Am Immensoll geführt. Das tat dem Fahrbahnbelag nicht gut. Je weiter man in Richtung Lankow fährt, um so schlechter wird das Pflaster. „Die damalige Baufirma hat da wohl im unteren Bereich der Straße geschlampt“, sagt Stadtvertreter Manfred Strauß, der selbst in Neumühle wohnt. „Doch die Firma gibt es nicht mehr.“

Wegen des schlechten Straßenzustandes schlägt der Nahverkehr schon lange Alarm und fordert eine Sanierung der Straße. Die Busse vertragen die zunehmenden Verwerfungen nicht, für die Fahrgäste ist der Komfort stark eingeschränkt.

Die Stadt hat sich nun entschlossen, die Straße Am Immensoll „grundhaft auszubauen“, was quasi einen Neubau bedeutet. Erste Überlegungen wurden dem Ortsbeirat bereits vorgestellt. Was kommt da auf die Anwohner zu? Diese Frage geht um in Neumühle. Sicher ist: Wenn am Immersoll eine neue Straße gebaut wird, müssen die Anlieger dafür bezahlen. Wie viel, kann noch keiner sagen.

Erste Untersuchungen sind bereits gelaufen: ein Baumgutachten, ein Bodengutachten, ein Emissionsgutachten und einiges mehr muss vor liegen, bevor es an die Planung geht. Die erste Vorplanung will die Stadtverwaltung „mit Bordmitteln“ erarbeiten. Soll heißen, damit wird noch kein Ingenieurbüro beauftragt.

Im Februar soll diese Vorplanung vorliegen. Dann sind erste Aussagen möglich, was, wo und wie an der Straße zu machen ist. Darüber soll auf einer Anwohnerversammlung informiert werden. Dann sind allerdings auch noch keine Angaben möglich, wie viel jeder Einzelne zu bezahlen hat. Das kann die Stadtverwaltung erst konkret sagen, wenn die Abschlussrechnung der Baufirma vorliegt.

Es gibt auch noch keine Aussage der Verwaltung, wie die Straße Am Immensoll eingestuft wird. Ist es eine Anwohnerstraße oder eine Durchgangsstraße? Bei letzter müssten die Anlieger einen geringeren Anteil tragen.

Einige Neumühler wünschen sich auch befestigte Gehwege am Immensoll. Derzeit gibt es nur einen Sandweg vor den Grundstücken. Doch für einen „richtigen“ Gehweg müssten die Anwohner auch anteilig aufkommen.

Bereits jetzt gibt es Stimmen, die eine Beteiligung der Bürger ablehnen. Schließlich sei es nicht ihre Schuld, dass die Baufirma vor Jahrzehnten schlecht gearbeitet habe. Und den Rest hätten die Busse der Straße gegeben. Dann sollten auch die Verwaltung, die die Straße ja abgenommen hat oder der Nahverkehr die Kosten übernehmen.

Der Ausgang ist offen und derzeit noch unbestimmt. Erste Aussagen zur Zukunft können die Anwohner der Straße Am Immensoll erst im Februar erwarten.

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