Steg in Schlossbucht Schwerin : Warten auf den Schiffsanleger

Alles schon gekauft:  Douglasienstämme und Stahlrohre lagern auf einem Betriebsgelände am Stadtrand. Mehr als 100 000 Euro sind für den Schiffsanleger bereits ausgegeben worden.
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Alles schon gekauft: Douglasienstämme und Stahlrohre lagern auf einem Betriebsgelände am Stadtrand. Mehr als 100 000 Euro sind für den Schiffsanleger bereits ausgegeben worden.

Der Auftrag ist erteilt, das Material vorhanden, doch es fehlt der Beschluss des Gerichts für den Bau eines Steges in der Schlossbucht

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26. August 2016, 06:30 Uhr

Seit gut fünf Jahren dauert das Gerangel um einen Schiffsanleger in der Schlossbucht. Schon lange Zeit liegt das Material dafür auf einem Betriebshof in Görries. Doch ob und wann der umstrittene Steg gebaut werden kann, steht in den Sternen. Noch steht ein Urteil des Schweriner Verwaltungsgerichts aus.

Dabei hatte der zuständige Richter den Beteiligten, dem BUND und der Stadt Schwerin, mitgeteilt, dass bis Ende Juli seine Entscheidung zu erwarten sei. Doch dann das Dementi. Bis zum Urlaub schaffe er es nicht mehr. Und so muss die Stadt weiterhin auf Grünes Licht warten.

Kaum hatten die Stadtvertreter vor Jahren den Beschluss für den Bau des Schlossbuchtanlegers gefasst, wurde von den Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS) auch schon das Material gekauft – Douglasienstämme aus heimischen Wäldern und Stahlrohre. Der erste Rammschlag war für den April 2012 geplant. Doch passiert ist seitdem nichts. SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek sagt: „Das Material ist immer noch brauchbar.“ Das habe ein Gutachter bestätigt. „In den Kamin wandert davon nichts.“

Jetzt hofft Wilczek, dass sie bald ein für sie positives Urteil bekommt. Denn in den vergangenen Jahren sind einige Gutachten erarbeitet worden, die nachweisen sollen, dass der Bootssteg die Vogelwelt des Schweriner Sees nicht beeinträchtigt. Die SDS-Chefin geht davon aus, dass ab dem 1. Oktober gebaut werden kann. „Der Auftrag ist schon lange vergeben, die Vermessung vor Ort ist erfolgt.“ Ilka Wilczek spricht von einer Bauzeit von drei bis vier Monaten. „Wasserseitig sind es aber nur sieben bis zehn Tage.“

Auch der BUND ist gespannt auf den Beschluss des Schweriner Verwaltungsgerichts. „Eine Entscheidung, die den Bau des Schiffsanlegers zulässt, hätte negative Auswirkungen für die Seen im ganzen Land“, sagt Corinna Cwielag, die Geschäftsführerin des BUND. „An der Müritz und am Plauer See warten die Landkreise schon darauf, um die Infrastruktur weiter ausbauen zu können.“ Ob der Umweltverband gegen den Beschluss der Schweriner Gerichts vorgehen und vor das Oberverwaltungsgericht ziehen wird, steht noch nicht fest. „Wir werden uns den Beschluss genau anschauen, ob vor der nächsten Instanz ein Erfolg möglich ist“, sagt Cwielag. Sie kritisiert noch einmal das letzte von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten. „Es ist vor allem die Art und Weise der Vogelzählung. Die ist extra für Schwerin erfunden worden.“

Auch der Chef der Weißen Flotte, Ulrich Getz, hält nichts vom Schlossbuchtanleger. „Der war ursprünglich für die Kreuzfahrtfahrtschiffe gedacht. Doch die kommen nur 13 mal im Jahr.“ Dafür stelle die Weiße Flotte ihre Stege gern zur Verfügung. „Und für den Wassertourismus brauchen wir den Anleger auch nicht. Es gibt genug Gastanleger bei den Vereinen.“

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