Warsows Jubiläum : Warsower feiern ihre Historie

Die Strohpuppen am Ortseingang sitzen bereits entspannt auf ihren Stühlen und warten auf die Besucher zum Warsower Dorffest.  Fotos: Sarah Langemeyer
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Die Strohpuppen am Ortseingang sitzen bereits entspannt auf ihren Stühlen und warten auf die Besucher zum Warsower Dorffest. Fotos: Sarah Langemeyer

Einwohner laden ab morgen zum viertägigen Dorffest mit Festumzug – Fiete Hopp arbeitet akribisch an Details zur Geschichte des Ortes

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07. Juni 2017, 16:00 Uhr

„So geht das nicht“ – Fiete Hopp ist ein Mann klarer Worte. Besonders, wenn es um Fragen der Details und der Genauigkeit geht. Renate Lambrecht wusste, dass sie bei dem Warsower an der richtigen Adresse ist, als sie vor einigen Monaten bei ihm klingelte und fragte, ob er etwas zum Dorffest und der 800-jährigen Geschichte Warsows beitragen könne. Mit einem Augenzwinkern und mildem Lächeln erläutert der ehemalige Lehrer seine durchaus mit Humor zu verstehende Aussage von einst: „Wenn man ein Dorffest organisiert, bei dem es um 800 Jahre Ortsgeschichte geht, muss man auch bei 1217 anfangen.“

Gesagt, getan – Fiete Hopp hat nun seinen Anteil an den Warsower Jubiläumsfesttagen, die von morgen bis zum kommenden Sonntag stattfinden. „Wir feiern vier Tage. Los geht es am Donnerstag mit einem lustigen Kaffeeklatsch mit Lemmi Lemcke und einem Festabend mit der Bürgermeisterin. Am Freitag ist dann der Tag für Kinder und Jugendliche mit sportlichen Wettkämpfen und Disko. Am Sonnabend geht es um 9.30 Uhr mit dem Festumzug los“, erklärt Mit-Organisatorin Renate Lambrecht. Außerdem wird es noch eine Kunstgewerbestraße rund um die Warsower Kirche geben und die Feuerwehr präsentiert sich. Denn auch sie feiert Jubiläum: 80 Jahre. Am Sonntag ist dann ein gemütlicher Ausklang mit Familiengottesdienst und musikalischem Frühschoppen geplant. Damit die Festtage auch ins Auge stechen, wehen in Warsow bereits Tausende bunte Fahnen, die von fleißigen Damen aus dem Dorf genäht wurden. Außerdem sitzen zwei Strohpuppen am Ortseingang und verweisen aufs Jubiläum.
Fiete Hopp präsentiert morgen Abend ab 19 Uhr im Warsower Dorfkrug, was er alles ausgearbeitet hat. Für das bessere Vorstellungsvermögen und damit die vielen Details auch gut sortiert sind, hat der Rentner einer überdimensionale Karte angefertigt. Mit Geduld und Ruhe hat der Warsower auf einer Pappe aufgezeichnet, wie sein Dorf um 1945 angelegt war. „Die Karte zeigt das Ur-Dorf. Ich habe mir Luftbilder angeschaut und daraus die Karte konstruiert“, erklärt Hopp, der dafür immer morgens auf dem Dachboden seines Hauses gewerkelt hat.

Aber nicht nur die Karte ist Ergebnis seiner akribischen Recherche, sondern auch ein 80-seitiges Dokument. „Von Januar bis Februar hat er alles aufgeschrieben, was ihm aus seiner Erinnerung zu Warsow noch bekannt war. Und das handschriftlich“, verrät seine Ehefrau Ingeborg, die ebenfalls gerne schreibt und bereits viele Alben zur Erinnerung verfasst hat. Fiete Hopp ist es wichtig, dass er keine Chronik von seinem Heimatort ausgearbeitet hat, „sondern eine Sammlung aus Erinnerungen und Dokumenten“.

Wenn Hopp über sein heimatliches Geschichtsprojekt berichtet, merkt man nicht nur, dass er sich auf das Jubiläum freut, sondern dass der ehemalige Chemielehrer den Vortrag auch ordentlich machen möchte – aus Verbundenheit zum Dorf, in dem er aufgewachsen ist.

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