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18. November 2017 | 00:30 Uhr

Warnschuss

vom

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2007 | 09:05 Uhr

Die USA haben neue, einseitige Sanktionen gegen das Regime in Teheran verhängt - und nun fürchten Oppositionsmitglieder in Washington: Die Strafmaßnahmen seien nur ein weiterer Schritt in Richtung Krieg. Ist diese Annahme berechtigt? Die Fakten sind schnell resümiert: Der Iran zeigt bisher nicht das geringste Interesse, den Forderungen des UN-Sicherheitsrates nachzukommen und die laufende Urananreicherung auszusetzen. Stattdessen eskaliert auf beiden Seiten die Rhetorik. Noch bewahren kühlere Köpfe in Washington die Oberhand. Aber wie lange? Die unilateralen Strafmaßnahmen können immer noch dazu beitragen, eine Militäraktion in der verbleibenden Amtszeit von George W. Bush zu vermeiden. Doch das dürfte am Ende nur gelingen, wenn sich endlich jene Staaten anschließen, die bisher wirtschaftliche Eigeninteressen vor eine dauerhafte Stabilität in der explosiven Region setzen. Dazu zählen unter anderem Russland, China, Indien, Kanada. Und auch Deutschland, das bisher ebenfalls mehr oder weniger zuschaut, wie Industrieunternehmen vor allem in den Bereichen der Öl- und Gasindustrie vom Handel mit den Mullahs profitieren. Das Anziehen der Daumenschrauben durch die USA ist deshalb nicht nur als Warnschuss gegenüber Teheran, sondern auch gegenüber jenen Ländern zu verstehen, die mit ihrer Außen- und Wirtschaftspolitik dazu beitragen, dass der Iran sich weiter von Repressionen unbeeindruckt zeigt - und die damit im Prinzip den kriegsbereiten "Falken" in Washington in die Hände spielen.

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