Schwerin : Warmer Geldregen für Kitas und Hort

Der Abriss ist abgeschlossen: Dort, wo einst die Hans-Beimler-Schule stand, baut das DRK einen Hort für 220 Kinder.
Der Abriss ist abgeschlossen: Dort, wo einst die Hans-Beimler-Schule stand, baut das DRK einen Hort für 220 Kinder.

Aus dem nicht verbrauchten Betreuungsgeld bekommt Schwerin 730 000 Euro

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15. Juni 2018, 08:00 Uhr

Geldsegen für die Mädchen und Jungen in der Stadt: Mehr als 730 000 Euro bekommt Schwerin im Jahr 2018 zusätzlich vom Land für die Verbesserung der Kindertagesbetreuung. Mehr als die Hälfte soll in Neubauten gesteckt werden: 300 000 Euro sind für die Stadtwerke bestimmt, um damit eine Finanzierungslücke beim Erweiterungsbau der Kita Reggio Emilia in Friedrichsthal zu decken. 57 zusätzliche Kita-Plätze entstehen in dem Wohngebiet. Damit wird die Kapazität auf insgesamt 130 erhöht. Die städtische Kita gGmbH betreibt die Reggio Emilia, die Stadtwerke sind Haus- und damit auch Bauherr. Die Arbeiten sind schon in vollem Gange: Richtfest für den Neubau war bereits im März.

133 338 Euro bekommt das DRK für den Neubau des Hortgebäudes an der Nils-Holgersson-Grundschule. 220 Plätze sollen bis 2019 entstehen, die Gesamtkosten für die Maßnahmen belaufen sich auf 5,5 Millionen Euro. „Für den Grundschulstandort ist die Baumaßnahme von großer Bedeutung, weil sie einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung der Schule von einer Drei- zur Vierzügigkeit leistet“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung, die den Stadtvertretern jetzt zugeschickt wurde. Sie müssen nämlich noch über die Maßnahmen abstimmen.

150 000 Euro gibt es für die Kita gGmbH, die das Geld in digitale Medien investieren will, um den pädagogischen Fachkräften den Arbeitsalltag in der Kita zu erleichtern. Dafür gab es 2017 schon etwas mehr als 90 000 Euro aus dem gleichen Topf.

Für das Modellprojekt „Flexiblere Öffnungszeiten“ werden 120 000 Euro an alle Kita-Träger ausgeschüttet. Um wichtige Investitionen von Tagesmüttern und -vätern zu decken, stellt die Stadt 30 000 zur Verfügung.

Zu verdanken haben die Gemeinden den Geldsegen der sogenannten Herdprämie. Sie war 2015 vom Bundesverfassungsgericht für rechtswidrig erklärt worden. Die damalige Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig setzte durch, dass den Bundesländern das nicht verbrauchte Betreuungsgeld zur Verfügung gestellt wird. 2017 bekam MV 10,35 Millionen Euro, in diesem Jahr sind es 11,64 Millionen Euro. Das Geld wird vom Sozialministerium auf die Kreise und Städte verteilt.

Im vergangenen Jahr gab es für Schwerin rund 670 000 Euro. Ein Gros ging direkt in die Geldbeutel der Eltern: die Beiträge für Krippenplätze wurden von Juli bis Dezember gesenkt. Die Qualifizierung von Tagesmüttern und -vätern wurde mit 83 000 Euro bezuschusst, Geld gab es für den Holgersson-Hort, die Waldkita der Waldorfvereinigung und mehr Plätze an den Kita am Ziegelsee.

Die zusätzlichen Landesmittel wird es nur noch in diesem Jahr geben, sagt der Sprecher der Sozialministeriums Alexander Kujat. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will dann das „Gute-Kita-Gesetz“ auf den Weg bringen. Konkret geht es um Gebührenbefreiung, Betreuungsschlüssel und Sprachförderung. 3,5 Milliarden Euro will die Ministerin bis 2022 investieren.

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