Spendenaktion : Warme Mahlzeit und soziale Wärme

Treffpunkt Suppenküche: Gunhild Zentgraff (l.) kommt regelmäßig  in die Einrichtung der Schweriner Tafel im Stadtteil Lankow. Tafel-Koordinatorin Sylvia Fuhrmann hat für die Anliegen der Gäste immer ein offenen Ohr.
Treffpunkt Suppenküche: Gunhild Zentgraff (l.) kommt regelmäßig in die Einrichtung der Schweriner Tafel im Stadtteil Lankow. Tafel-Koordinatorin Sylvia Fuhrmann hat für die Anliegen der Gäste immer ein offenen Ohr.

In der Suppenküche der Schweriner Tafel in Lankow gibt es für Bedürftige mehr als nur ein Mittagessen.

svz.de von
03. Dezember 2013, 19:29 Uhr

Es ist kurz nach zwölf in der Suppenküche der Schweriner Tafel im Stadtteil Lankow. Fast alle Plätze im Speisesaal sind belegt. Es gibt Currywurst und Kartoffeln. „Am liebsten esse ich ja Makkaroni mit Tomatensauce. Dieses Gericht liebe ich seit meiner Kindheit“, sagt Gunhild Zentgraff. Die 59-Jährige lacht. Ihren Humor hat sie sich bewahrt, trotz ihres schweren Schicksals. Die alleinstehende Schwerinerin kommt fast jeden Tag in die Suppenküche – nicht nur wegen des preiswerten Mittagessens. „Ich habe beim Essen eine Runde mit netten Menschen gefunden“, erklärt Zentgraff. Und in Gesellschaft schmecke es bekanntlich noch mal so gut.

Sie hat einmal eine Massage-Praxis geführt, als Krankengymnastin gearbeitet, dann kam die eigene Krankheit. Heute lebt Gunhild Zentgraff von einer kleinen Erwerbsunfähigkeitsrente. „Ohne die Tafel wüsste ich nicht, wie ich klarkommen sollte“, betont die Schwerinerin. Jeden Cent müsse sie zweimal umdrehen, in der Suppenküche bekomme sie für wenig Geld eine warme Mahlzeit – und auch soziale Wärme.


Senfeier und Bauernfrühstück aus gespendeten Lebensmitteln


Ihr Domizil hat die Einrichtung der Tafel im Lankower Sozialkaufhaus, einem Flachbau aus DDR-Zeiten, gemeinsam unter einem Dach mit einer Kleider- und Möbelbörse, die von der Anker-Sozialarbeit betrieben wird. „Im Durchschnitt bereiten wir täglich etwa 25 Portionen zu, an manchen Tagen können es aber auch 40 sein“, sagt Tafel-Koordinatorin Sylvia Fuhrmann. Auf dem Speisezettel stünden einfache Mahlzeiten, Nudel-Gerichte, Senfeier oder Bauernfrühstück zum Beispiel, angerichtet aus gespendeten Lebensmitteln. Neben einem warmen Mittagessen, montags bis freitags von 11.30 bis 13 Uhr, gäbe es in der Woche von 8 bis 9.30 Uhr auch ein Frühstück, so Fuhrmann.

Es seien überwiegend ältere Menschen, die das Angebot der Tafel in der Julius-Polentz-Straße nutzten, berichtet die Koordinatorin – Menschen aus den umliegenden Wohnblocks, bei denen die Rente oft nur gerade so bis zum Monatsende reiche. Für junge Familien gäbe es im Stadtteil ja noch eine eigene Kindertafel.


Tafel braucht 120 000 Euro im Jahr, um Betrieb zu sichern


Insgesamt drei Suppenküchen betreibt die Schweriner Tafel in der Landeshauptstadt, über Lankow hinaus noch in der Ferdinand-Schultz-Straße in der Innenstadt und in der Keplerstraße im Stadtteil Mueßer Holz, letztere ebenfalls in einem Sozialkaufhaus. Auch drei Kindertafeln gibt es insgesamt in Schwerin.

Um den Betrieb am Laufen zu halten, auch noch die zahlreichen Ausgabestellen in der Stadt und der Umgebung mit Lebensmittel-Spenden aus den Supermärkten zu versorgen, braucht die Schweriner Tafel rund 120 000 Euro im Jahr. Für größere Investitionen, wie etwa für ein dringend benötigtes Kühlauto, bleibt kaum Geld übrig.

Den anderen Tafeln in der Region geht es ähnlich. Deshalb möchte unsere Zeitung helfen. Bitte unterstützen Sie, liebe Leserinnen und Leser, unsere große Weihnachtsspenden-Aktion zugunsten der Tafeln! Jeder Euro gegen die Armut zählt.

Menschen wie Gunhild Zentgraff werden Ihnen für Ihre Hilfe danken. Die Suppenküche der Tafel helfe ihr, mit ihrer Rente über die Runden zu kommen und den Anschluss an die Gesellschaft zu halten, sagt die Schwerinerin. „Ich habe ein Ziel, wenn ich aus meiner Wohnung herausgehe. Wenn die Suppenküche am Wochenende nicht geöffnet hat, dann fehlt mir etwas.“

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