Schweriner Bundestagskandidaten : Wahlkampf-Auftakt in Schwerin

Im Ludwig-Bölkow-Haus fand gestern die erste von drei Podiumsdiskussionen der IHK mit den Schweriner Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl statt. F
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Im Ludwig-Bölkow-Haus fand gestern die erste von drei Podiumsdiskussionen der IHK mit den Schweriner Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl statt. F

IHK befragte Direkt- und Spitzenkandidaten der Parteien zu Wirtschaftsthemen – konkret wurden die Politiker aber nur selten

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02. Mai 2017, 23:04 Uhr

In drei Gesprächsrunden mit den Direktkandidaten der Parteien im Vorfeld der Bundestagswahl will die Schweriner IHK ihren Mitgliedsunternehmen die Chance geben, die Politiker unter die Lupe zu nehmen. Den Auftakt in Schwerin nutzten gestern Abend einige dutzend Firmenchefs, um die Bewerber im Wahlkreis 12 – Schwerin, Ludwigslust, Gadebusch – kennenzulernen und ihre Positionen zu erfahren. Am 24. Mai in Wismar und am 20. Juli in Parchim folgen weitere Runden.

Die Themenfelder hatten die Unternehmer im Vorfeld selbst abgesteckt, wie IHK-Geschäftsführer Siegbert Eisenach verdeutlichte. Eine Befragung zeigte, was den Firmenchefs in Westmecklenburg auf den Nägeln brennt: Stärkung der dualen Berufsausbildung, Initiativen gegen den Fachkräftemangel, Bürokratieabbau, bessere Kinderbegleitung von der Kita bis zum Berufsschulabschluss, Verbesserung der Infrastruktur – sowohl im Breitbandausbau als auch auf der Straße.

Konkret wurde es in der anschließenden Befragung von gestandenen Politikern wie Wahlkreissieger 2013 Dietrich Monstadt (CDU) und Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) eher selten. Auch die anderen Politiker wie André Walther (Linke), Matthias Engling (Grüne), Hagen Reinhold (FDP) und Dennis Augustin (AfD) sprachen gern vom „Wir“ und von „müssen“, bedienten Klischees – „überbordende Kriminalität durch so genannte Flüchtlinge“ wie der AfD-Kandidat oder „ein Mindestlohn von zwölf Euro für eine armutslose Rente“, so der Linken-Politiker – anstatt klar den Westmecklenburger Unternehmern zu sagen, was sie für diese im Bundestag bewegen wollen.

Einigkeit gab es lediglich zur Bildungspolitik: Ein einheitliches System deutschlandweit statt föderal geprägter Länderlösungen – dafür sind alle. Es funktioniere nur nicht, weil Länderchefs diese Kompetenz nicht abgeben wollten und der Bundesrat einer Gesetzesänderung nicht zustimmen würde, wie es Dietrich Monstadt zusammenfasste. So richtig zufrieden wirkten die Unternehmer zum Wahlkampfauftakt in Schwerin nicht.

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