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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Oktober 2017 | 06:18 Uhr

Für Kinder : Wagners „Ring“ als Puppenspiel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Margrit Wischnewski hat neue Spielzeit eröffnet und schöpft aus einem Repertoire von mehr als 20 Stücken für Kinder und Erwachsene

Nach einer verdienten Verschnaufpause ist Puppenspielerin Margrit Wischnewski, die in der Vorweihnachtszeit besonders oft für die Jüngsten in und um Schwerin auf Achse war, in ihre neue Spielzeit gestartet. In der Buchhandlung „littera et cetera“ spielte sie den „Nussknacker und Mäusekönig“ von E.T.A. Hoffmann. In diesem Figurentheater wird gelesen, erzählt und gespielt. „Ich zeige die Geschichte aus einem riesigen Buch heraus und habe die vergangenen Wochen damit verbracht, es weiterzuentwickeln und aufwendigere Ausstattungsdetails einzuarbeiten“, so die Puppenspielerin.

In der Buchhandlung plant sie in diesem Jahr auch zwei Premieren: „Siegfried und der Drache“, Szenen aus dem Nibelungenlied, im Mai und im Oktober die Geschichte von den „drei kleinen Schweinchen“. „Und dann schwebt mir noch eine Ring-Bearbeitung von Richard Wagner vor. Natürlich mit Musik des großen Meisters. Gegenwärtig beschäftige ich mich mit Wagner und finde immer Erstaunlicheres über ihn und die Nibelungen“, schwärmt sie.

Zu Margrit Wischnewskis aktuellen Repertoire gehören 21 Stücke für Kinder und zwei für Erwachsene. Die Puppenspielerin, die in Bad Langensalza in Thüringen geboren wurde, hat an der Berliner Humboldt-Universität Germanistik und Kunstwissenschaft studiert. Viele Jahre war sie Lehrerin am Prenzlauer Berg. Doch eigentlich wollte sie Pfarrerin werden, erzählt Margrit Wischnewski, da sie immer das Soziale interessierte. Aber nach dem Willen des Papas sollte sie Maschinenbau studieren. Die Begegnung mit der Kunst war für sie Zufall. In Berlin lernte Wischnewski den Theaterplastiker Eduard Fischer kennen, schaute zu, baute bald selbst Puppen. Sie schied aus dem Schuldienst aus, ging als Seiteneinsteigerin zum Theater, erhielt einen Riesenauftrag für ein Puppentheater in der Greifswalder Straße in Berlin. Dann lockte der Intendantensessel am Kleist-Theater Frankfurt/Oder. Sie zog dorthin, wurde aber keine Chefin. Es entstanden die „Frankfurter Abende“. Die passende Kunst war es für sie aber nicht. Margrit Wischnewski bewarb sich in Rostock bei Eckhard Prophet, Intendant an diesem Theater, bekam eine Einladung, sprach mit ihm eine Stunde und das Engagement war perfekt. Vom 1. April 1989 an wirkte sie in Rostock, leistete dort tolle Arbeit und feierte Triumphe als Puppenspielerin. Unvergesslich blieb ihre erste „Faust-Inszenierung“.

1992 zog dann mal wieder Berlin, ehe sie 1994 nach Schwerin kam. In Rostock hatte sie ihren Kollegen Wicht kennen gelernt, der schon in Schwerin war, und sie mit hierher zog. 1996 wurde das Puppentheater abgewickelt, 1999 wieder aufgebaut. Sie hatte freie Hand, und in der Spielstätte E-Werk am Pfaffenteich lebte und wirkte sie wie eine Freiberuflerin mit Hund vor Ort und zwei Katzen im Heim. „Das war eine schöne Zeit“, erinnert sie sich, mit vielen Ideen, wunderbaren Inszenierungen, begeisterten Zuschauern, einem guten Miteinander für das Puppentheater. 2010 lief der Vertrag aus, sie wurde wieder Freiberuflerin. Jährlicher Höhepunkt im Sommer war für Margrit Wischnewski damals immer die Großveranstaltung „Puppen im Park“. Viele Bühnen an vielen Orten mit vielen Gästen. Etwas ähnliches soll es diesen Sommer wieder geben: Dann aber soll der Plattenpark im Mueßer Holz als Bühne dienen.


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