zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Dezember 2017 | 21:30 Uhr

Eisenbahn in Schwerin : Waggons auf dem Abstellgleis

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Historische Personenwagen müssen für viel Geld überprüft werden und können deshalb nicht zum Schwedenfest nach Wismar fahren

Die historische Dampflok 91 134 der Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde könnte sofort losfahren – schließlich wurde die 1898 im Elsass gebaute Lok im vergangenen Jahr für mehr als 620 000 Euro saniert und mit einem großen Fest begrüßt. Doch die alten Personenwagen des Traditionszuges, der nach einer SVZ-Aktion auf den Namen „Meckelborger Isenbahn“ getauft wurde, sind abgestellt. Sie dürfen nicht mehr fahren, sind aktuell im Ringlokschuppen untergebracht, einige auch davor. Grund fürs Abstellgleis: Die Waggons harren der vorgeschriebenen Überprüfung nach dem Fristablauf, dem TÜV für Eisenbahnen sozusagen. Und diese Überprüfung kostet Geld, viel Geld. Organisieren muss das der Verein der Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde, dem die historischen Waggons gehören. Pro Wagen werden etwa 15 000 Euro veranschlagt.

„Das macht für acht Sitzwagen und drei andere, dabei ein Packwagen, eine stolze Summe aus, die der Verein nicht aufbringen kann“, sagt der Vorsitzende Ronald Xanke. Deswegen würden jetzt Förderanträge beim Landesförderinstitut und Wirtschaftsministerium gestellt. Zuvor aber müssten Angebote von Werkstätten eingeholt werden, die für solche Maßnahmen zertifiziert sind. Drei sollten es sein, nachgefragt wurde in Neustrelitz, Rostock und Wittenberge. Wenn alle Papiere und Angebote vorhanden sind, können die Anträge gestellt werden. Ein Ingenieurbüro wurde damit beauftragt, denn alles sei ziemlich kompliziert und die Papierflut enorm, so Ronald Xanke. Das alles soll in diesem Monat passieren, um bis zum Jahresende vier Personen- und den Packwagen wieder als Sonderzug fahren lassen zu können. Die beliebte Tour vom Schweriner Hauptbahnhof zum Schwedenfest, das vom 17. bis zum 20. August in Wismar gefeiert wird, muss somit ausfallen. Aber zu den Nikolausfahrten möchten die Vereinsmitglieder wieder einen Zug auf die Strecke schicken.

Die rührigen Eisenbahnfreunde werkeln an jedem Wochenende. Etwas zu tun ist auf dem großen Gelände und im Eisenbahn- und Technikmuseum hinterm Hauptbahnhof immer. Lange Zeit gab es für das Museum beispielsweise keinen Wasseranschluss mehr. Der wurde nun in Eigeninitiative wieder geschaffen. Für viele Arbeiten ist der geradezu Voraussetzung.

Ein weiteres Projekt wird außerdem in Angriff genommen, und zwar die Toilettenanlage. Die war bislang ein Provisorium außerhalb. Besonders bei größeren Veranstaltungen gab es da Schwierigkeiten. Leihtoiletten waren nur eine Notlösung. „Eine schicke Modenschau drinnen und Dixis draußen, das beißt sich“, findet der Vereins-Vorsitzende.

Das Museum selbst bietet eine vielfältige Erlebniswelt für die gesamte Familie, Blickfang sind die Dampflokomotiven, Diesel- und Kleinloks, die historischen Eisenbahnwagen, Licht- und Formsignale, eine alte Fahrkartenausgabe mit Warteraum, die Sammlung zur Mitropa und zahlreiche Fotos. Geöffnet ist jeweils am letzten Sonnabend im Monat, das nächste Mal also am 26. August, von 10 bis 17 Uhr.




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen