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24. November 2017 | 03:14 Uhr

Polizei Schwerin : Waffen-Arsenal im Zimmer

vom

In Schwerin stößt die Polizei immer wieder auf verbotene Waffen. Unerlaubter Waffenbesitz ist hier kein Einzelfall, denn etwa zweimal im Monat werden die Beamten bei Hausdurchsuchungen fündig.

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2013 | 07:08 Uhr

Schwerin | In Schwerin stößt die Polizei immer wieder auf verbotene Waffen. Das berichtet Dietmar Koth, erster Kriminalhauptkommissar in der Polizeiinspektion Schwerin. Unerlaubter Waffenbesitz ist hier kein Einzelfall, denn etwa zweimal im Monat würden die Beamten bei Hausdurchsuchungen fündig werden, wie bei dem jüngsten Fall am 5. Februar. Aufgrund einer Anzeige wegen Bedrohung und Beleidigung hat die Polizei die Wohnung des Tatverdächtigen im Mueßer Holz durchsucht und wurde fündig. Mit einem Durchsuchungsbefehl in der Tasche hatten fünf Mitarbeiter des Sachgebietes Leben und Gesundheit, das für diese Fälle zuständig ist, und mehrere Spezialkräfte des Landeskriminalamtes den Mieter in seiner Wohnung angetroffen. "Die Durchsuchung dauerte etwa 40 Minuten", sagt Koth. Der anfängliche Verdacht der Ermittler bestätigte sich. Die Polizei stellte mehrere Waffen inklusive eines in Deutschland verbotenen Butterfly-Messers sicher, nahmen diese und den verdächtigen Mann mit auf das Revier.

Dort nahm Polizeihauptmeister Robby Kühn die Fundstücke genauer in Augenschein. Er arbeitet im Bereich Nebenrecht, "der beinhaltet alles außerhalb des Strafgesetzbuches, unter anderem auch das Waffenrecht", sagt er. Dieses sei für Außenstehende sehr defizil. Es gäbe eine lange Liste mit Waffen, deren Besitz in Deutschland verboten sei, erklärt Kühn (siehe rechts).

Das trifft auch auf das in der Wohnung gefundene Butterfly-Messer zu. "Solche Waffen dürfen hier weder verkauft noch aufbewahrt werden", so Kühn. Auch seriöse Händler im Ausland, die solche Waffen im Internet anbieten, würden diese nicht nach Deutschland versenden. "Verkäufer und Käufer würden sich strafbar machen", warnt er. Grundsätzlich müsse auch jeder Händler einen Altersnachweis von dem Käufer einholen. Auch wenn es sich um Waffen handelt, die - anders als das Butterfly-Messer - besessen, aber nicht mitgeführt werden dürfen. In der durchsuchten Wohnung stellten die Beamten zwei Bowie-Messer sicher. Diese Arbeits- und Kampfmesser aus Nordamerika dürfen zwar ab einem Alter von 18 Jahren besessen werden, "damit darf man aber, salopp gesagt, nicht herumlaufen", so Kühn. Auf den zwei sichergestellten Schreckschusspistolen prangte das runde Zeichen PTB für Physikalisch Technische Bundesanstalt und darunter eine Modellnummer. "Hierfür gilt das Gleiche wie für die Bowie-Messer und für die ebenfalls gefundene Luftdruckwaffe", erklärt der Waffenrechtsexperte.

Ob der mutmaßliche Täter nun seine Waffen zurückbekommt, ist noch offen. "Wir prüfen aufgrund des sicher gestellten Butterfly-Messers ein generelles Waffenbesitzverbot für ihn", erklärt Koth. In diesem Fall würde der Mann seine kleine Waffensammlung vermutlich nicht wieder sehen.

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