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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Oktober 2017 | 20:45 Uhr

Wohnen in Schwerin : Wärme lässt auf sich warten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Weil umgeplant werden musste, wird die Geothermie frühestens 2019 genutzt – Sportler bekommen befestigten Stellplatz

von
erstellt am 23.Apr.2017 | 20:30 Uhr

Die Nutzung von Erdwärme für die Fernwärmeversorgung in Schwerin verschieb sich erneut. Wegen „technischer Probleme“ soll es nun frühestens Ende 2019 etwas werden.

Ende vergangenen Jahres, so eine Ankündigung der Stadtwerke, sollte der Bohrturm zum Niederbringen der Rohre bis in die Warmwasserschicht am Heizkraftwerk Lankow aufgestellt werden. Dann hieß es, in diesem Frühjahr werde es losgehen. Doch nun liegt die Auswertung der seismischen Erkundung vor, die im Sommer 2016 durchgeführt wurde. Ergebnis: Das nutzbare warme Wasser befindet sich nicht so tief in der Erde, wie ursprünglich angenommen. „Die Warmwasserrinne liegt in einer Tiefe von 1185 bis 1225 Meter“, sagt Projektmanager René Tilsen von den Stadtwerken. „Das sind 65 Meter weniger, als gedacht.“

Das klingt zunächst nicht viel, hat aber erhebliche Auswirkungen auf die Bohrtechnologie. Denn jetzt kommen die Stadtwerke nicht mehr mit einem Bohrstandort am Heizwerk in Lankow aus, um das Entnahme- und das Rücklaufrohr niederzubringen. „Die Entnahme- und die sogenannte Verpressstelle müssen für einen effektiven Betrieb einen bestimmten Abstand zueinander haben“, erläutert Tilsen. „Dafür müssen die beiden mehr als einen Kilometer langen Rohr ein S beschreiben.“ Das aber wird durch die geringere Tiefe von einem Bohrstandort aus schwierig, hatte ein Sachverständiger geurteilt. Die Folge: Es muss an zwei Standorten gebohrt werden. Da bedingt jedoch ein neues Genehmigungsverfahren. „Im Herbst könnten wir mit der Förderbohrung beginnen“, sagt Stadtwerkechef Josef Wolf. Ist die niedergebracht, was etwa zwei Monate Vorbereitungs- und einen Monat Bohrzeit braucht, wird erst die zweite Bohrung beantragt. Wenn die erste Bohrung hält, was sich die Stadtwerke hinsichtlich Temperatur und Fördermenge versprechen, so René Tilsen.

Als zweite Bohrstandort ist der Sportpark Lankow vorgesehen. Dort soll ein derzeit noch unbefestigter Parkplatz für das Aufstellen des Bohrturmes genutzt werden. „Wenn wir fertig sind, bleibt eine befestigte Fläche“, so Josef Wolf. „Dann haben die Sportler auch noch etwas davon.“

Ursprünglich sollten nur das Neubaugebiet in den Waisengärten mit Erdwärme beheizt werden. Dort sollte auch die Heizstation stehen. Das sahen die ersten Pläne von 2011 vor. Als Nutzungsstart war 2013 ins Auge gefasst worden.

 

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