Stolperfallen : Wackelige Pflastersteine im Blick

Neu gepflasterte Alexandrinenstraße: Damit die Fugen sich verfestigen, kommt ein Jahr lang keine Kehrmaschine.
Neu gepflasterte Alexandrinenstraße: Damit die Fugen sich verfestigen, kommt ein Jahr lang keine Kehrmaschine.

CDU-Fraktion sieht Unfallgefahr auf Altstadtstraßen / OB beruhigt: SDS prüft regelmäßig und verfüllt größere Lücken eigenständig

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28. August 2015, 08:00 Uhr

Unfallgefahr durch wackelige Steine? Viele Straßen der Landeshauptstadt, insbesondere im Bereich der Altstadt und der Schelfstadt sowie der Pauls- und der Feldstadt, sind mit historischem Straßenpflaster belegt, deren Fugen nicht mit Asphalt, sondern mit Kies oder ähnlichem verfüllt sind. Diese Kiesfugen werden durch die Straßenreinigung in vielen Bereichen, beispielsweise in der Arsenalstraße am Südufer des Pfaffenteichs oder in der Theaterstraße, wieder ausgefegt, so dass die Pflastersteine teilweise mehr oder weniger lose liegen, was für die Verkehrsteilnehmer, insbesondere Fußgänger und Radfahrer zu Gefahren führt. Die CDU-Fraktion der Stadtvertretung hat sich deshalb in der Verwaltung informiert, was die Behörden unternehmen.

Eine Gefahr, wie sie CDU-Fraktionschef Sebastian Ehlers benennt, sieht Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow indes nicht. Das Problem sei bei den für die Straßenunterhaltung zuständigen SDS bekannt, teilt die Verwaltungschefin mit und ergänzt: „Die Kontrolle der Pflasterstraßen erfolgt wie für alle Straßen während der regelmäßigen Straßenbegehung. Eine gesonderte Kontrolle der Pflasterstraßen in klassischer Bauweise ist nicht geboten.“

Sind Fugen besonders groß, werden sie durch SDS-Mitarbeiter verfüllt, so die Oberbürgermeisterin. Verwendet wird dafür im Übrigen so genannter Brechsand. Durch das gebrochene Korn werde erreicht, dass durch die Verzahnung des Fugenmaterials das Entstehen offener Fugen vermindert wird. Etwa drei bis vier Zentimeter sollte die Fuge dabei aber schon sein, damit der Pflasterstein und das ihn umgebende Korngerüst stabil bleiben – trotz Befahrens, Wettereinfluss und auch die Arbeit der Kehrmaschinen.

Eine Alternative zum Verfüllen mit Brechsand sehen die Experten bei der klassischen Pflasterbauweise im Übrigen nicht, so die Oberbürgermeisterin. Die Pflasterung im Sandbett habe ohnehin den Vorteil einer gewissen Flexibilität bei Belastung. Und sie ließe sich einfacher reparieren.

Hinzu kommt, dass diese so genannte ungebundene Bauweise deutlich preiswerter ist. Denn bei der gebundenen Pflasterung wird der Stein, vereinfacht gesagt, einzementiert, nachdem er auf Mörtel gesetzt wurde. Diese aufwändigere Arbeit ist mit rund 140 Euro je Quadratmeter doppelt so teuer wie die ungebundene Bauweise.

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