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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 18:02 Uhr

Beerdigung : Vorsorge für letzten Weg treffen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Bestatter warnen: Niemand sollte die Beerdigung dem Zufall überlassen, sonst droht das Armengrab

svz.de von
erstellt am 30.Jan.2015 | 14:00 Uhr

Umsonst ist nur der Tod, sagt der Volksmund. Doch das stimmt nicht.  Er kostet neben dem Leben vor allem Geld.  Für Bestattungen müssen  auch  in Schwerin  in der Regel  weitaus mehr als 1000 Euro gezahlt werden. Geld, das nicht jeder zur Verfügung hat. In solchen Fällen springt meist das Sozialamt ein.

Im vergangenen Jahr gab es in der Landeshauptstadt 128 Fälle, in denen die Übernahme der Kosten einer Bestattung beantragt wurden. Das waren unterm Strich  225 000 Euro aus der Stadtkasse. „Die Kosten für den Einzelfall sind 2014 gestiegen, da es eine Änderung der Friedhofssatzung gab. Die  Friedhofsgebühren wurden angehoben“, erklärt Stadtsprecherin Michaela Christen. 

 Die finanzielle Unterstützung beziehungsweise die komplette Übernahme der Kosten ist gesetzlich im Sozialgesetzbuches geregelt. Zwar muss zunächst geschaut werden, ob Verwandte die Kosten übernehmen können, ist jedoch niemand da, springt die Kommune ein.

 „Über die Art der Beisetzung entscheidet der Angehörige selbst, ebenso darüber, welches Bestattungsinstitut die Beisetzung durchführen soll“, sagt Michaela Christen. Manche Menschen sind aber nicht nur arm, sondern auch allein.  Ihre Beerdigung übernimmt das für den letzten Wohnsitz des Verstorbenen zuständige Ordnungsamt, unabhängig vom Sterbeort.  „Dann wird eine so genannte Ordnungsamtsbestattung vorgenommen“, erläutert Christen.

Ist zwar Geld vorhanden, aber kein Wille in irgendeiner Form festgelegt, wird die günstigste Variante vom Amt gewählt und das Vermögen des Verstorbenen fließt später in die Staatskasse“, sagt Alexander Mehl vom Schweriner Bestattungshaus. Und klar sei auch: „Das Ordnungsamt nimmt die günstigste Variante“, sagt  Alexander Mehl. Er empfiehlt, zu Lebzeiten einen Vorsorgevertrag mit einem Bestatter abzuschließen. 

Traurig sei es, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten davon ausgeht, dass sein Erspartes für eine angemessene Beisetzung verwendet wird. „Da lohnt dann selbst eine Sterbeversicherung nichts. Ist nicht gleich ersichtlich, dass vorgesorgt wurde, wird eine Ordnungsamtsbestattung veranlasst. Das wird  eine Feuerbestattung mit anschließender anonymer Beisetzung – und das auch am günstigsten Ort“, fasst Alexander Mehl zusammen. Wer auf der sicheren Seite sein will, solle  sich deshalb rechtzeitig mit der eigenen Bestattung beschäftigen.

„Es reicht  nicht aus, einen Betreuer zu haben, denn am Tag des Todes erlischt das Betreuungsverhältnis“, erklärt Heiko Schönsee vom gleichnamigen Schweriner Bestattungsunternehmen. Und ist nicht vorgesorgt, gibt es die Sparvariante: abholen, einäschern und anonym beisetzen – veranlasst durch das Ordnungsamt und  durchgeführt vom billigsten Bestatter.

 Um dem zu entgehen, sei ein Bestattungsvorsorgevertrag auch in Verbindung mit der Hinterlegung des Geldes auf einem Treuhandkonto bzw. ein Vertrag mit einer Sterbekasse oder eine spezielle Sterbeversicherung eine sinnvolle Alternative, doch auch hier müsste jemand informiert sein, der darauf im Todesfall hinweist. „Sich allein darauf zu verlassen, dass es irgendjemand regeln wird, das funktioniert heutzutage nicht mehr“, betont Schönsee.  Allerdings seien  die Kosten, die das Sozialamt für die Leistungen des Bestatters übernimmt,   seit August 2006 nicht mehr angepasst worden,  beklagt er.

 

 

 

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