Für mehr Sicherheit in Schwerin : Vorerst keine Videoüberwachung

Es bleibt vorerst bei der Polizeipräsenz auf dem Marienplatz: Die Videoüberwachung wird nicht mehr in diesem Jahr installiert. Auch die von Bürgern geforderte Polizeiwache ist nicht in Sicht.
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Es bleibt vorerst bei der Polizeipräsenz auf dem Marienplatz: Die Videoüberwachung wird nicht mehr in diesem Jahr installiert. Auch die von Bürgern geforderte Polizeiwache ist nicht in Sicht.

Technische Probleme: Landespolizei sucht weiter nach einer Lösung und einem geeigneten Anbieter – Installation erst 2018

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21. September 2017, 21:00 Uhr

Die von den Stadtvertretern beschlossene Videoüberwachung des Marienplatzes verzögert sich erneut. Nachdem sich die Polizei bereits im Frühjahr gegen ein Mieten und für den Kauf der Videokameras ausgesprochen hatte – und somit eine Verzögerung durch die Ausschreibung entstand – gibt das Polizeipräsidium jetzt technische Probleme als Grund für den erneuten Aufschub an.

Nach SVZ-Informationen soll es dabei vor allem um Datensicherheit gehen. Das aktuell vorliegende Angebot erfülle offenbar nicht die vom Land selbst auferlegten hohen Standards. Die Folge: Es braucht einen neuen Anbieter, der die erforderliche Leistung erbringt. Und dieser Auftrag müsste natürlich wieder ausgeschrieben werden… Das wollte die Polizei allerdings so nicht bestätigen. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird an der Vernetzung der Kameras sowie an der aus Gründen des Datenschutzes notwendigen sicheren Weiterleitung der Daten gearbeitet“, hieß es aus Rostock. Und: „Im Rahmen dieses hochkomplexen Projekts, an dem seither mit Hochdruck gearbeitet wird, haben sich zuletzt technische Fragestellungen ergeben, die in diesem Umfang zunächst nicht absehbar waren und zu der dargestellten Verzögerung führen.“ Der Start der Videoüberwachung müsse „in das Jahr 2018 verschoben werden“. Bis dahin setze die Polizei weiter auf Streifendienst und Präsenz.

Die Stadtvertreter hatten mehrheitlich zu Jahresbeginn eine sechsmonatige Testphase für den Einsatz von Videokameras auf dem Marienplatz beschlossen, nachdem es dort vermehrt zu Straftaten gekommen war.

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Peinliche Verzögerung

Im Januar gab es grünes Licht der Politik, drei Monate später Konsens mit der Polizei. Seitdem sucht die Landespolizei erfolglos nach einem Anbieter, der zwei Videokameras so auf dem Marienplatz aufstellen und verbinden kann, dass kein Hacker sie knacken kann. Und sie sucht weiter. Dass Politik verzögert – passiert. Aber Technik – im Jahr 2017? Das ist nur peinlich.

Timo Weber

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