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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. Oktober 2017 | 07:00 Uhr

Erfahrungen sammeln : Vor dem Studium in die Praxis

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Alina Gerhard und Dennis Hoppe sammelten beim Freiwilligen Ökologischen Jahr spannende Erfahrungen fürs Berufsleben

svz.de von
erstellt am 30.Jun.2014 | 16:00 Uhr

Für viele Schüler ist es in diesen Wochen die zentrale Frage: Soll ich nach der Schule gleich eine Ausbildung anfangen oder studieren gehen? Welcher Beruf ist überhaupt der richtige für mich? Auch Alina Gerhard stand im vergangenen Sommer genau vor diesen Fragen. Damals machte sie gerade ihr Abitur am Fridericianum, „aber ich fühlte mich nicht danach, sofort studieren zu gehen. Ich wollte gerne etwas Praktisches machen.“ Alina entschied sich für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Weltladen in der Puschkinstraße. Die offizielle Bewerbung für das FÖJ gab sie beim Internationalen Bund ab, der die Stellen für Schwerin und Umgebung koordiniert. Und tatsächlich: Im Weltladen war noch etwas frei.

Die Entscheidung hat Alina nicht bereut. Ihre Ursprungsidee hat sich dabei sogar verfestigt: Alina Gerhard wollte und will Politikwissenschaften studieren, später vielleicht in den Bildungsbereich gehen. Die Arbeit im Weltladen hat sie auf den Geschmack gebracht. Hier hat sich die heute 20-Jährige nämlich auch darum gekümmert, anderen Menschen bewusst zu machen, wie die beliebten Günstig-Produkte, vom Handy bis zum T-Shirt, überhaupt hergestellt werden. „Mir gefällt die Vielfalt meiner Arbeit hier“, sagt Alina. Sie führt Schulklassen durch den Laden, informiert über die Produkte und wie die Menschen in den Anbauländern leben. Am Weltladentag organisierte sie einen Flashmob auf dem Marienplatz: Eine „Kissenschlacht“ mit Supermarkttüten sollte aufmerksam machen auf die Macht der Supermärkte – und auf die Macht ihrer Kunden.

„Ich konnte aber auch größere Projekte hier selbst entwickeln“, sagt Alina und zählt auf: Zuerst habe sie eine Facebook-Seite für den Laden eingerichtet, danach an einem Konzept für ein Bildungsprojekt zum Thema „Handys“ gearbeitet. „Die Botschaft an junge Leute soll dabei sein: Achtet auf mehr Nachhaltigkeit. Ihr braucht nicht jedes Jahr ein neues Handy.“ In ihrem Projekt stellt sie Schülern die Arbeit in den Koltan-Minen Afrikas vor, berichtet über Bürgerkriege rund um den begehrten Handy-Rohstoff, sie beleuchtet aber auch die menschenverachtenden Arbeitsbedingungen in vielen asiatischen Fabriken, wo die Mobiltelefone zusammengesetzt werden. Ein weiteres Ziel von Alina ist das Siegel für eine Fair-Trade-School in Schwerin.

Da setzt sie aufs Fridericianum, wo sie als Gymnasiastin selbst im Schultweltladen aktiv war. „Wenn alles gut geht, werden wir im September schon das Siegel bekommen“, sagt Alina, die ihr FÖJ bis dahin verlängert hat – weil es ihr so gut gefällt und das Studium erst im Oktober losgeht. Zur guten Laune trägt natürlich auch Dennis Hoppe bei, der zweite FÖJer im Weltladen. Er kümmert sich vor allem um den betriebswirtschaftlichen Teil, will in diesem Jahr eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann beginnen. Der Umgang mit Waren und Kunden im Weltladen war für ihn eine perfekte Lektion.

Von Herbst an wird es im Schweriner Weltladen nur noch einen FÖJler geben. Die Stelle ist noch zu vergeben. Bewerbungen nehmen der Laden und der Internationale Bund jetzt noch entgegen.

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