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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. September 2017 | 13:14 Uhr

Schweriner Künstler : Von Träumen, Glück und Heimat

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Für das Foto-Projekt „Was macht dich aus?“ gewährten zehn Schweriner Beatrice Voigt sehr persönliche Einblicke in ihr Leben

von
erstellt am 17.Jul.2017 | 23:42 Uhr

Sie hat schon das Literatur-Cafe Kunterbunt geleitet, war Lektorin in einem kleinen Verlag und schreibt selbst Kurzgeschichten und Gedichte. Jetzt wagt sich die Schwerinerin Beatrice Voigt an ein neues Projekt: „Was macht dich aus?“ ist der Titel ihrer Ausstellung, die im August im Klangwert zu sehen ist. Auf Porträts sind zehn Schweriner und ein Berliner zu sehen, auf anderen Fotos jeweils der Ort, der für diese Personen Glück bedeutet, der sie ausmacht. Der Clou: Jeder Ausstellungsbesucher muss selbst versuchen, Porträt und Glücksort einander zuzuordnen. Kann man in den Gesichtern, in der Haltung der Menschen erkennen, wie sie leben, wo sie sich wohlfühlen?

Beatrice Voigt möchte während der Ausstellungszeiten möglichst immer selbst vor Ort sein – um die Besucher zu beobachten, ihnen zu helfen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, selbst neue Perspektiven zu entwickeln und neue Einsichten zu gewinnen. Mit einem Aufruf via SVZ, Facebook und auf der eigenen Homepage fing im Frühling dieses Jahres alles an. Sie suchte Menschen, die bereit sind, einen wichtigen Ausschnitt ihres ganz persönlichen Lebensraumes zu fotografieren und in ein Verhältnis zu ihrer Persönlichkeit zu stellen. Und drei Fragen im einem Interview zu beantworten: Was bedeutet für dich Heimat? Was waren deine Wünsche und Träume früher und haben sie sich bis heute verändert? Was ist deine persönliche Vorstellung von Glück?

35 Menschen meldeten sich bei Beatrice Voigt, von der Anzahl ist sie geradezu überwältigt. Elf wählte sie schließlich aus, suchte dabei den guten Querschnitt durch die Bevölkerung. Fotograf Björn Pommerehncke machte die Porträts, er war vom Projekt sofort begeistert und arbeitete kostenlos mit. Auch die Stiftung Mecklenburg fand die Idee gut und stellte Audioguides zur Verfügung, mit denen die Ausstellungsbesucher im August die einzelnen Interviews hören können. Die werden gerade im Tonstudio geschnitten, etwa vier Minuten ist jeder der Teilnehmer zu hören. Einer von ihnen ist Johannes Lehmann. „Ein Mitbewohner hat den Aufruf auf facebook geteilt, da habe ich mir die Internetseite angeguckt und gedacht: Da machst du einfach mal mit“, sagt der Schweriner Schüler. „Die Fragen haben mich fasziniert.“ Wie er sie beantwortet hat, möchte er noch nicht verraten, um für die Besucher die Spannung zu erhalten. Nur so viel: Glück bedeutet für ihn nicht Geld, teure Autos oder weite Reisen. Glücksmomente kann er eigentlich jeden Tag erleben.

Für Beatrice Voigt war es auf jeden Fall ein Glücksmoment, als sie ihren Ausstellungsort, das Klangwert in der Friedrichstraße, fand. Betreiber Jürgen Groth möchte damit versuchen, einen klassischen „Salon“ in Schwerin zu etablieren. Einen Ort, in dem Künstler sich ihrem Publikum im kleinen Kreis vorstellen – mit Musik, Literatur, bildender Kunst, gerne jenseits des Mainstreams. Einen Ort, an dem auch diskutiert, gestritten und die Welt verändert werden darf. An dem man aber auch nur gepflegt lauschen oder schauen darf, an dem arme Künstler ihre Förderer finden. Ein Glücksort also?

Ob und wie gut das funktioniert, das können Schweriner vom 18. August an selbst erleben. Dann wird die Ausstellung „Was macht dich aus?“ im Klangwert eröffnet.

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