Dorffest : Von Conradesrothe bis Consrade

In einer alten Mappe sind Aquarelle und Radierungen aufbewahrt, die Adolf Freiherr von Stenglin Mitte des 19. Jahrhunderts angefertigt hat. Im Buch kommen einige der Zeichnungen mit Motiven aus dem Ort vor.
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In einer alten Mappe sind Aquarelle und Radierungen aufbewahrt, die Adolf Freiherr von Stenglin Mitte des 19. Jahrhunderts angefertigt hat. Im Buch kommen einige der Zeichnungen mit Motiven aus dem Ort vor.

Ein Dorf wird 750 Jahre alt – und eine Zeitreise durch die Geschichte gibt es zum Jubiläumsfest auch in Buchform

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02. Juli 2015, 21:00 Uhr

Conradesrothe, Cordesrode, Churfzrade, Cufrade oder Kuysrade – eine Siedlung verändert im Laufe vieler hundert Jahre nicht nur ihr Gesicht, sondern auch die Schreibweise ihres Namens. Consrade hatte viele verschiedene Schreibweisen. Und dieses Dorf hat so viel Geschichte und Geschichten zu bieten, dass sich diese auch gut aufschreiben und in Buchform präsentieren lassen. Das Buch ist im Druck – und bei der Feier zum 750-jährigen Bestehen des Dorfes soll es auch zu haben sein.

„Consrade ist 750 Jahre alt geworden. Das heißt Consrade ist am 13. Februar 1265 das erste Mal in einer Urkunde erwähnt worden, aber der Ort hat sicher schon einige Jahrzehnte vorher existiert. Und schon aus Zeiten weit davor gibt es Interessantes zu berichten“ – mit diesen Sätzen beginnt Autor Hasso Freiherr von Stenglin seine Buch-Einleitung und nimmt die Leser anschließend mit auf eine Zeitreise von der Entstehung des Störtals, über die Stein-, Bronze- und Eisenzeit bis ins 12. und 13. Jahrhundert, als Heinrich der Löwe die Obotriten besiegte und Siedler aus aus Westfalen, Niedersachsen und Holstein in Mecklenburg einwanderten.

Die erste urkundliche Erwähnung Consrades geht zurück auf einen Flächentausch im Jahr 1265, den der Graf Gunzelin von Schwerin in einer Urkunde bestätigt. 10 Hufen in Pinnow für 13 Hufen in Conradesrothe wurden seinerzeit getauscht. Ritterdorf, Klosterdorf, Herzogliches Gut, Bauerndorf, Genossenschaftsdorf, Wohndorf – auf über 90 Seiten gibt es in Wort und Bild viel Wissenswertes über das Dorf im Wandel der Zeit zu lesen. Die Recherchen führten den Autor ins Landeshauptarchiv Schwerin, ins Stadtarchiv Schwerin, nach Parchim ins Kreisarchiv und ins Museum Mueß. Unterstützung gab es vom Förderkreis der Kirche und anderen engagierten Consradern. 125 Illustrationen wurden für die Veröffentlichung ausgesucht. Darunter Aquarellzeichnungen und Radierungen, die Dorfansichten zeigen und von Adolf Freiherr von Stenglin Mitte des 19. Jahrhunderts angefertigt wurden.

Ur-Ur-Enkel Hasso Freiherr von Stenglin hat sich mit der Ortsgeschichte schon vor vielen Jahren beschäftigt. „Aus Spaß an der Freude“, wie er sagt. Seine Aufzeichnungen wurden schon früher im Amtsboten und in der Plater Dorfchronik veröffentlicht. In den vergangenen Monaten ging er erneut auf Spurensuche, als feststand, dass zum Jubiläum ein Buch erscheinen soll. Etwas mehr Zeit, die hätte er sich schon gewünscht, um noch mehr in Erfahrung bringen zu können. Doch für 2017 ist ein neues Buch geplant, das sich intensiv mit der Dorfkirche, der ältesten Fachwerkkirche Norddeutschlands, beschäftigen soll. Aber jetzt gibts zum Dorffest vom 10. bis 12. Juli erst einmal Geschichte und Geschichten aus Consrade. Davon erzählen wird der Autor am 11. Juli, um 16.30 Uhr in der Dorfkirche.

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