Schwerin entdecken : Von Baumeistern und Künstlern

Führung zu Architekten der Klassischen Moderne: Hartmut Völtz (2.v.r.) stellte seinen Gästen den heutigen WGS-Sitz in der Schollstraße vor, erbaut von Hans Stoffers.
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Führung zu Architekten der Klassischen Moderne: Hartmut Völtz (2.v.r.) stellte seinen Gästen den heutigen WGS-Sitz in der Schollstraße vor, erbaut von Hans Stoffers.

Prominenten auf der Spur: Schweriner Stadtführer boten zum Weltgästeführertag wieder besondere Rundgänge an

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25. Februar 2018, 23:19 Uhr

Ortskrankenkasse, sowjetischer Geheimdienst, Stasi – das Haus in der Geschwister-Scholl-Straße 3-5, in dem heute die Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) residiert, hatte schon viele Nutzer. Gebaut wurde es 1928/29 von Hans Stoffers, einem Schweriner Architekten der Klassischen Moderne. Anlässlich des Weltgästeführertages konnten sich Einheimische und Besucher am Sonnabend auf die Spuren von Stoffers und weiteren Baumeistern dieser Stilrichtung in der Zeit zwischen den Weltkriegen begeben – nur ein Angebot von insgesamt zehn kostenlosen Führungen.

Mehr als 30 Interessierte nahm Stadtführer Hartmut Völtz mit auf seinen Rundgang, der vom Gebäude in der Schollstraße aus unter anderem zum Puppenhaus in der Schlossstraße, der heutigen Commerzbank-Filiale, erbaut von Paul Nehls, zum ehemaligen Handelshaus Thams & Garfs in der Helenenstraße, geschaffen von Erich Bentrup, und zum Capitol in der Wismarschen Straße, entworfen von Erich Bentrup und Hellmuth Ehrich, führte. „Die Architektur der Moderne baut mit Beton, Stahl, Glas und – für Mecklenburg besonders typisch – Klinkermauerwerk“, sagte Hartmut Völtz, der seinen Gästen auch noch über Andreas Hamann berichtete, nach dessen Plänen zum Beispiel die Niklotschule entstand.

„Menschen, die Geschichte schrieben“ lautete in diesem Jahr bundesweit das Motto des Gästeführertages. So gab es in der Landeshauptstadt etwa auch Führungen, in denen es um Hugo Berwald, Heinrich Seidel sowie um Persönlichkeiten der Schelfstadt und der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik ging. Auch ein Rundgang über den Alten Friedhof und eine Schlosskirchen-Führung standen auf dem Programm. „Mit unseren kostenlosen Rundgängen erreichen wir auch Menschen, die sich eine Führung sonst vielleicht nicht leisten können“, sagte Kathleen Kühnel, die Vorsitzende des Gästeführer-Vereins.

Auch auf vier Rädern konnten Geschichtsinteressierte prominenten Schwerinern nachspüren. Ilka Adjinski und Wolf-Rüdiger Garfs brachten ihren Gästen auf einer Fahrt mit dem roten Doppeldecker-Bus unter anderem Georg Adolf Demmler, Theodor Klett und Karl Kleinschmidt nahe. „Ich habe in der Zeitung von der Tour gelesen und freue mich darauf, etwas über meine Heimatstadt zu erfahren, was ich noch nicht weiß“, sagte Marion Klausen, die sich mit vielen anderen auf eine Entdeckungsreise machte.

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