Jedermann-Radrennen : Von Ausreißern und Zielsprints

Die Teilnehmerfelder des Schweriner Radrennens konnten sich auch in diesem Jahr sehen lassen. Fotos: Dietmar Albrecht/Hagen Bischoff (2)
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Die Teilnehmerfelder des Schweriner Radrennens konnten sich auch in diesem Jahr sehen lassen.

3. Schweriner-Seen-Jedermann-Radrennen begeisterte wieder über 500 Teilnehmer. Zielankunft soll wieder in die Innenstadt

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24. September 2017, 18:00 Uhr

Für einen kurzen Moment verwandelte sich die Plater Straße in Schwerin zur berühmten Champs-Élysées. Mindestens ebenso spannend wie bei der Schlussetappe der Tour de France ging es am Sonnabend auch beim 3. Schweriner-Seen Jedermann-Radrennen zu.

Neugierig warteten die Zuschauer, die sich auf der Höhe des Feuerwehrmuseums versammelt hatten, auf die Ankunft des Hauptfeldes der 91 Kilometer langen Strecke. Enttäuscht wurden sie nicht, erlebten sie doch einen wahnsinnig schnellen sowie packenden Zielsprint um den Sieg im Hauptrennen. Gleich sieben Fahrer hatten sich zuvor im kurzen Anstieg aus Plate kommend in eine aussichtsreiche Position gebracht. Das beste Ende hatte Robert Suche vom PSV Rostock für sich gepachtet. Er gewann nach 2:08:17 h denkbar knapp vor Dennis Kruse und Max Werda. Nur Sekunden später kamen mit Dörte Martischewsky und Simone Nehring auch die ersten Frauen des 91-km-Rennens ins Ziel. Sie brauchten für den „Langen Kanten“ 2:08:25 h.

Frenetisch bejubelt und beklatscht wurden aber alle Starter – nicht nur am Ziel. Auch auf der Strecke durch die Lewitz, wie bei den großen Rundfahrten der Radprofis, standen und saßen die Zuschauer am Straßenrand und feuerten die vorbeifahrenden Sportler mächtig an.

Das erste Rad, welches die Ziellinie überquerte, gehörte Gunnar Sieg. Der deutsche Meister im Jedermann-Radrennen gewann die kleine Runde über 55 Kilometer vor Tim Starker und Björn Behm. Dieses Trio hatte sich etwa 10 Kilometer vor dem Ziel abgesetzt und machte den Sieger unter sich aus. „Am Ende geht es darum, wer die meisten Körner auf der Strecke gelassen hat. Man fängt dann kurz vor dem Ziel an zu taktieren und versucht sich in eine gute Position zu bringen. Und natürlich kommt es auch darauf an, wer die besten Beine zum Schluss hat“, erklärte Gunnar Sieg nach dem Rennen. „Er ist auch einfach der schnellste Mann“, gab der Drittplatzierte Björn Behm zu verstehen. Man kennt sich, man schätzt sich. Einer, der Gunnar Sieg nicht kannte und das am Ende etwas bereute, war Thorsten Rottschäfer. „Hätte ich gewusst, wer du bist, dann wäre ich da nicht mitgegangen“, sagte der Schweriner im Ziel zum Sieger und ergänzte: „Ich bin richtig im Eimer.“ Der Schweriner hatte es im vorigen Jahr aufgrund zweier platter Reifen nicht einmal bis zum scharfen Start geschafft, dieses Mal fuhr er sogar auf Platz elf.

Mit insgesamt 511 Teilnehmern, verteilt auf beide Rennen, hat das Schweriner-Seen Jedermann-Radrennen noch eine Menge Luft nach oben. Das weiß auch Organisator Michael Kruse. „Zunächst einmal bin ich mit dem dritten Radrennen rundum zufrieden. Ich habe von allen Leuten eine gute Rückmeldung bekommen. Eine gute Organisation spricht sich dann hoffentlich auch rum. Der größte Magnet fürs nächste Jahr kann aber eigentlich nur die Zielankunft in der Altstadt sein“, sagte Kruse und blickte am Sonnabend schon ein wenig auf das nächste Jahr.

Das würden sich auch die Starter des Rennens wünschen, da waren sich im Ziel auf dem Großen Dreesch alle einig. „Daran arbeiten wir und dazu wollen wir uns demnächst auch mit der Politik zusammensetzen. Nur, wenn alle an einem Strang ziehen, kann das klappen“, gab Kruse zu verstehen und ergänzte: „Ich möchte mich auch auf diesem Wege nochmals bei allen Helfern, sei es Polizei, Feuerwehr oder bei den Gemeinden der Lewitz für ihre Unterstützung und ihren Einsatz bedanken.“

Im Rennkalender etabliert hat sich die Schweriner Seenrunde nach drei Jahren sowieso. Damit sie in Zukunft allerdings noch attraktiver wird, muss das Ziel wieder in die Innenstadt. Dann würde sich das Rennen in der Landeshauptstadt noch mehr der Schlussetappe der Tour de France annähern.

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