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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 15:45 Uhr

Schwerin nach der Buga : Vom Morast zum Stadtplatz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das hat uns die Bundesgartenschau 2009 gebracht: Am Beutel wurde ein attraktiver Platz mit maritimem Flair gebaut

von
erstellt am 10.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Seit 20 Jahren wird in Schwerin der Slogan propagiert „Die Stadt muss sich zum Wasser öffnen, muss sich ihren Seen zuwenden“. An vielen markanten Stellen ist das geschehen: am Bertha-Klingberg-Platz, auf der Schwimmenden Wiese, am Ruderhaus am Franzosenweg. Die deutlichste Veränderung gab es aber wohl am Beutel. Aus einem Gebüsch mit Baracke wurde ein vielfältig genutzter Stadtplatz mit maritimem Flair.

Im Jahr 2007 ergab sich für die Stadt die Möglichkeit, die Fläche zwischen Marstall und Werderhof umzugestalten – mit Fördermitteln der EU und des Landes. 25 Prozent der ursprünglich veranschlagten gut zehn Millionen Euro sollte die Stadt tragen. Auf einer Fläche von etwa 6000 Quadratmetern sollten ein Veranstaltungsplatz mit einer ins Wasser reichenden Treppenanlage, ein kleiner Spielplatz sowie Grünanlagen entstehen. Im März 2007 war Baubeginn. Auch wenn das Vorhaben kein direktes Projekt der Bundesgartenschau Schwerin 2009 GmbH war, so baute doch die Gesellschaft – im Namen und auf Rechnung der Stadt.

Bevor die Bauarbeiten für den Stadtplatz beginnen konnten, mussten Wassersportvereine, die ihre Domizile am westlichen Ufer des Beutels hatten, umgesiedelt werden. Sie zogen an das Südufer der Bucht.

Beim Bau des Stadtplatzes kam eine Technologie zum Einsatz, die bis dahin in Schwerin noch nicht angewandt wurde. Um trotz des morastigen Baugrundes die Kosten in Grenzen zu halten, wurden rund 2500 „geotextilummantelte Sandsäulen“ bis zu 20 Metern in den Boden eingebracht.

 

Doch der Baugrund erwies sich als schwieriger als erwartet. Offenbar war die heutige Werderstraße nicht ohne Grund erst Anfang des 20. Jahrhunderts im Bereich des Beutels mit viel Geld fertiggestellt worden. So geschah es, dass die Belastungen durch schweres Baugerät und Sandaufschüttungen dazu führten, dass der Morast im Beutel über den Wasserspiegel hochgedrückt wurde. Das Bootshaus des Sportvereins Wiking wurde völlig zerstört.

„Hier werden die Bürger der Landeshauptstadt bald ,ihren‘ See wirklich hautnah erleben können“, hatte Oberbürgermeister Norbert Claussen zur Eröffnung der Baustelle angekündigt. Und so ist es gekommen. Auf dem Platz am Beutel wird heute promeniert, Boule gespielt, Kinder vergnügen sich auf einem attraktiven Spielplatz. Feste, bei denen auch mal ein Riesenrad aufgebaut wird, und Flohmärkte finden hier statt. Und der Verein Wiking hat ein neues, modernes und funktionales Bootshaus bekommen. Die Kosten von zehn Millionen Euro waren nicht zu halten. Doch das Land half mit zusätzlichen Geldern.

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