Pampower Seniorenwohnanlage : Vom eigenen Haus in den Alterssitz

Hell, freundlich und neu eingerichtet:  Irma und Willi Kautz zogen in altengerechte Wohnung im ehemaligen Gymnasium.
Foto:
1 von 3
Hell, freundlich und neu eingerichtet: Irma und Willi Kautz zogen in altengerechte Wohnung im ehemaligen Gymnasium.

Das Pampower Rentner-Ehepaar Irma und Willi Kautz zog in eine der 24 altengerechten Wohnungen im ehemaligen Gymnasium

von
19. April 2017, 21:00 Uhr

„In der ersten Nacht in der neuen Wohnung haben wir sehr gut geschlafen“, erzählt Irma Kautz. Zum Eingewöhnen in die neue Wohnung werden die 82-Jährige und ihr ein Jahr älterer Mann Willi wohl noch ein bisschen Zeit benötigen, fügt die Seniorin an: „Aber unsere neue Wohnung ist hell und freundlich, kleiner und übersichtlich.“ Die Zwei-Raum-Wohnung im Obergeschoss des ehemaligen Gymnasiums von Pampow ist eine von 24 altengerechten Wohnungen. Ein Fahrstuhl im Innenhof erspart das Treppensteigen. Die Rampe ins Gebäude ist allerdings noch nicht fertig. An den Parkplätzen und Außenanlagen wird noch gearbeitet.

In der Wohnung selbst ist ebenfalls noch zu tun, aber es gibt keine Stufen, auch die Dusche ist ebenerdig. „Ich habe ein paar Probleme mit den Knien. Mir hilft es, keine Hindernisse zu haben“, fügt der ansonsten rüstige Rentner hinzu. Im alten Zuhause, im eigenen Häuschen, mussten die Senioren zum Duschen in den Keller gehen. Denn oben im Bad gab es nur eine Wanne. „Den Garten haben wir nicht mehr allein geschafft zu pflegen“, fügt Willi Kautz an. In den Worten schwingt Wehmut mit. Denn der einstige Maschinist und Meliorationstechniker hat das Haus im Fährweg Ende der 1960er-Jahre Stein für Stein errichtet. Bis dahin lebte die Familie mit zwei Töchtern und einem Großelternpaar in zwei Zimmern. „Wir waren erst 1957 aus Hinterpommern nach Pampow gekommen“, erzählt Irma Kautz. Der Anfang im Mecklenburg war schwer. Doch mit dem Hausbau wurde die Familie heimisch. „Wir wollen jetzt im Alter nicht weg“, fügt die einstige Köchin an.

Als vor etwa drei Jahren in der Gemeinde die Idee reifte, aus dem leerstehenden Schulgebäude altengerechte Wohnungen zu machen, war Familie Kautz die erste, die sich bewarb. Eine Vernunftsentscheidung, die vor allem Willi Kautz schwer fiel und immer noch fällt. Doch Ingrid Rebenstorf und Vera Worf machten ihren Eltern den Umzug so einfach wie möglich. Das Rentnerpaar kaufte sich neue Möbel für die kleine Wohnung, die Töchter richteten diese ein. Dass Ingrid Rebenstorf in ihr Elternhaus zieht, macht den Abschied vom alten Zuhause zudem nicht endgültig und nicht ganz so schwer für ihren Vater.

Die Eheleute Kautz zogen Anfang April ins neue Heim ein. 20 Zwei-Raum-Wohnungen und 4 Drei-Raum-Wohnungen sind entstanden. Bis auf eine Hand voll sind alle vermietet, berichtet Anke Wiese von der bestehenden DRK-Seniorenwohnanlage nahe der Kirche. „Der Bedarf ist enorm, es gibt weitaus mehr Anfragen als freie Wohnungen in unseren beiden Häusern.“ Neben alteingesessenen Pampowern ziehen auch Senioren von außerhalb ins ehemalige Gymnasium. Oftmals leben deren Kinder bereits in Pampow. Der DRK-Kreisverband Ludwigslust vermietet und betreut auch die neu entstandenen Wohnungen. Wenn alle 24 belegt sind, wird das Notrufsystem eingerichtet.

Und es gibt nicht nur Wohnungen: Anfang Mai nimmt die Tagespflege ihre Arbeit auf. „Die Sozialstation soll so schnell wie möglich folgen“, fügt Wiese hinzu. Die wird dann für beide DRK-Häuser da sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen