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Wohnen am Entsorgungsplatz : Vom Container-Lärm genervt

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sukower Ehepaar verärgert, weil sich gleich neben seinem Grundstück der Stellplatz für die Behälter von Grünschnitt befindet

svz.de von
erstellt am 18.Aug.2014 | 10:00 Uhr

Sie wollen nur eins: Ruhe. Doch die auf dem eigenen Grundstück zu finden, das ist für den Sukower Kurt Schmidt und seine Frau Simone* gar nicht so einfach. Schmidt erklärt: „Neben unserem Grundstück stehen auf kommunaler Fläche zwei große Container für Grünschnitt. Hier bringt das ganze Dorf Rasenschnitt, Astwerk und organischen Abfall aus den Gärten her und entsorgt es. Und das leider oft sehr geräuschvoll.“ Denn beim Entleeren von Anhänger oder Schubkarre werde mit Metall hantiert, die Reste aus der Karre lautstark herausgekratzt oder mit Eimern gegen die Containerwand geschlagen. „Wenn wir im Garten sitzen, scheppert es ein paar Meter weiter immer wieder mal. Und das im Prinzip von März bis Oktober, denn so lange stehen die Grünschnitt-Container“, sagt seine Frau. Auch noch nach 19 Uhr fahren Autos vor – und nicht selten am Sonntag, am Ruhetag.

Zwar hat das Ehepaar seine Hecke an der Grundstücksgrenze wuchern lassen, um den Lärm zu dämpfen. Aber der Erfolg sei nur minimal. Einmal haben Schmidts gezählt, dass 67 Einwohner aus Sukow und wohl auch aus den Nachbarorten ihre grünen Abfälle hier entsorgt haben – innerhalb von nur sechs Stunden. Die beiden Container fassen 30 Kubikmeter und seien innerhalb von drei Tagen voll. Sie werden dienstags und freitags gewechselt, die vollen mitgenommen, leere wieder aufgestellt. Der Bedarf ist da, das wissen Schmidts. „Wir wollen die Container nicht verteufeln. Auch wir nutzen sie, keine Frage. Eine Frage für uns aber ist der Standort. Er muss nicht hier mitten im Dorf sein. Unser Sohn wohnt auch im Haus und arbeitet im Drei-Schicht-System und wird erheblich in der Ruhe gestört.“

Es sei mal ein anderer Standort in Augenschein genommen worden, eine Fläche am alten Pumpenhaus am Sportplatz, erzählen Schmidts. Der Bauausschuss der alten Gemeindevertretung habe den Standort in Betracht gezogen, den Vorschlag letztlich nicht umgesetzt. Schmidt: „Die Gemeinde meint, dass dort keine Kontrolle möglich ist, was in den Container entsorgt wird. Aber die ist auch hier nicht immer gegeben.“

Das Paar beteuert, in guter Nachbarschaft auskommen zu wollen, hofft aber auch auf Verständnis. Simone Schmidt: „Es ist leider so: Wer nicht unmittelbar betroffen ist, winkt schnell ab und meint, wir sollen uns nicht so haben. Aber den Stellplatz möchte keiner neben sich dulden.“

Auch wenn die Container regelmäßig abgeholt werden, so kann es schon während der Standzeiten zu Rottungserscheinungen kommen. Dabei würden Schimmelpilze gebildet, so Schmidt, auf die er allergisch reagiere. Die Sporen gelangen in die Luft und können bei allergisch reagierenden Personen zu gesundheitlichen Beeinträchtigung führen. Das haben Schmidts Schwarz auf Weiß vom Fachdienst Gesundheit des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Der Fachdienst habe einen Standort außerhalb des Wohngebietes vorgeschlagen. Und tatsächlich hatten Schmidts im Herbst vorigen Jahres eine schriftliche Nachricht vom Landkreis, dass in der Schmiedestraße keine Grünschnitt-Container mehr aufgestellt würden. Doch die Vorfreude währte nur kurz. Im Februar teilte der Abfallwirtschaftsbetrieb mit, dass nach einem Vor-Ort-Termin mit der Gemeinde Sukow diese keinen anderen Standort gefunden habe. Die Container wurden wieder in der Schmiedestraße aufgestellt. Die Gemeinde habe aber erklärt, „weitere Maßnahmen zu ergreifen, um umweltrelevante Emissionen und Immissionen auszuschließen“.

Sukow habe einen optimalen Container-Standort für alle gesucht. Für die übergroße Mehrheit ist er das auch, sagt Bürgermeister Horst-Dieter Keding. Man habe Alternativen geprüft, sich jedoch weiterhin für den jetzigen Stellplatz ausgesprochen, weil dieser zentral gelegen ist und unter Beobachtung stehe.

Um der Familie entgegenzukommen, habe die Gemeinde die Abholzeiten der Container von ursprünglich montags bis sonnabends von 7 bis 19 Uhr auf nunmehr 9 bis 17 Uhr eingegrenzt, erläutert Keding. Es werde auch Kontrollen geben, ob die Entsorgungszeiten eingehalten werden.

(*Name geändert)

 

 

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