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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 10:39 Uhr

Stadtteilzentrum : Vom Bunker zum Schulhof

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Karl-Liebknecht-Platz in der Feldstadt wurde erst nach dem Krieg angelegt, hat aber schon eine wechselvolle Geschichte hinter sich

svz.de von
erstellt am 10.Aug.2014 | 23:49 Uhr

Bewegte Geschichte: Der Karl-Liebknecht-Platz im Herzen der Feldstadt hat Bunkerbau, Verwahrlosung und Sanierung miterlebt. Seit Neuestem dient er sogar als Pausenhof. Ein gelungenes Beispiel für ein schönes Stadtbild.

Benannt nach dem Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands, entstand das kleine Stadtteilzentrum nach dem Zweiten Weltkrieg. Alliierte Flugverbände hatten am 7. April 1945 mit mehr als 1000 Bomben große Teile der Feldstadt zerstört – und für Angst und Schrecken gesorgt. Der Bau eines Zivilschutzbunkers in der Feldstadt schien Anfang der 50er-Jahre, zu Beginn des Kalten Krieges, nur logisch. Der Platz darüber wurde neu erschaffen mit Blumen, Büschen, Bäumen und Sitzgelegenheiten – Naherholung zwischen Betonwänden. Doch er verwahrloste. Erst als nach der Wende 32 Hektar der Feldstadt zum Sanierungsgebiet erklärt wurden, entdeckten Bewohner und Stadtväter ihr Herz für den Liebknecht-Platz. Die Sanierung begann 2011 und kostete rund eine halbe Million Euro – finanziert über Städtebaufördermittel. Heute ist der Platz mit Naturstein gepflastert, neu begrünt und auf den Granitmauern sind Sitzflächen angebracht. Die Schüler der benachbarten Niels-Stensen-Schule verbringen hier ihre Pausen. Die anfänglichen Bedenken einiger Eltern, dass der von Straßen umgebene Platz zu hohe Risiken für Kinder birgt, seien inzwischen ausgeräumt, heißt es aus dem Baudezernat. Schüler und Autofahrer hätten sich gut auf die Situation eingestellt. Allerdings sei durch die intensive Nutzung des Platzes nun auch die Abnutzung größer.

Der Bunker indes kam nie zum Einsatz. Im August 2011 wurden die Stahltüren geöffnet, die 50 Zentimeter dicke Betondecke eingerissen, die skurril anmutenden Schutzräume mit Notbelüftung und Notstrom per Standfahrrad ein letztes Mal besichtigt. Heute gibt es den Bunker nur noch in den Archiv-Akten.

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