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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 16:13 Uhr

Pinnow : Voller Bühneneinsatz für St. Martin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit Steckenpferd und Mantel üben die Pinnower Kita-Kinder fleißig, damit der Auftritt heute Abend in der Kirche einwandfrei gelingt

svz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 08:00 Uhr

Es ist Winter. Es ist bitterkalt. Ein Mann in Lumpen läuft von Haus zu Haus und erbittet Hilfe. Er hat Hunger, er friert, die Not ist groß. „Wir haben nichts, geh weiter“ und „Geh weiter, klopf hier nicht mehr“ tönt es ihm hartherzig aus den Hauseingängen entgegen. Mit gesenktem Haupt zieht der Bedürftige weiter. Doch dann trifft er auf den Soldaten Martin, der tiefes Mitgefühl mit dem Bettler empfindet.

Im Hoppel-Schritt kommt Martin auf den Hilfesuchenden in Lumpen „zugeritten“. „Du hast dein Pferd vergessen“, kommt die Erinnerung von der Seite. Konrad geht zurück und holt schnell sein Steckenpferd. Es ist Probentag in der Pinnower Kirche für die Vorschulkinder aus der Kita „Petermännchen“. Insgesamt 28 Kita-Knirpse sind am Theaterstück für das Pinnower Martinsfest am heutigen Abend, 17 Uhr, beteiligt. Und bereits bei den Proben wird dem Zuschauer klar: Die Kinder sind voll bei der Sache, beeindrucken mit Textsicherheit und Ausdrucksstärke. Zwar muss Erzieherin Heidelind Frenz zwischendurch zur Ruhe mahnen oder noch einmal motivieren, laut und das Kirchenschiff ausfüllend zu singen oder zu sprechen, aber die Fünf- und Sechsjährigen wissen, worum es geht. „Ja, ich kann alles“, sagt Konrad selbstbewusst. Der Fünfjährige steht mit Steckenpferd, Helm und Mantel auf der Bühne vor dem Altar und gibt ein erstes, kleines Zeitungsinterview in seinem Leben. Er spielt eine der Hauptrollen, den Heiligen Martin. Neben ihm steht Karl, der Sechsjährige mimt den Bettler. Hausbewohner, Erzähler, Chor und andere Protagonisten sind ebenfalls als Rollen besetzt und das ohne Streit, wie Erzieherin Heidelind Frenz verrät.

Auch Henrike Heydenreich-Ogilvie, Gemeindepädagogin und Mit-Organisatorin des Pinnower Martinsfest, schaute bei den Proben zu. „Bei der Geschichte des Sankt Martin geht es um den Aspekt des Teilens, aber auch darum, sich bewusst zu machen, wann man eigentlich helfen kann. Wo gibt es Bedürftigkeit, wann können wir Wärme und Zuneigung schenken“, ordnet die Gemeindepädagogin das Ereignis ein.

Beim heutigen Martinsfest mit anschließendem Umzug durch den Ort machen nicht nur die Kita-Kinder mit, die Feuerwehr hilft, Raymond Behring reitet vorweg, viele Ehrenamtliche packen mit an und Bäckereien der Region steuern die Martinshörnchen bei, die heute Abend verteilt werden.

Geteilt wird auch auf der Bühne, wenn Soldat Martin den Mantel mit dem Bettler teilt. Auch diese Szene klappt bei der Probe perfekt.

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