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Nahverkehr Schwerin : Voll vernetzt: Busflotte stellt sich vor

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die 32 neuen Fahrzeuge kommen zwar erst im August, zwei Prototypen stehen zum Anschauen aber heute auf dem Marienplatz

von
erstellt am 13.Mai.2016 | 09:00 Uhr

„Noch nie haben wir so anspruchsvolle und vorausschauende Busse gebaut wie jetzt für die Schweriner Nahverkehrsflotte.“ Wenn das Rüdiger Kappel, der Vertriebschef Deutschland von Mercedes Benz, öffentlich sagt, dann dürfen die Schweriner Chefs stolz lächelnd die ersten Super-Busse ihren Kunden präsentieren. Am Marienplatz, auf der ungenutzten Haltestelle der Straßenbahnlinie 2, stehen sie noch heute und laden zu Probesitzen, Hingucken und kleinen Rundfahrten bis zum Schloss ein. „Die neue Flotte ist im Prinzip zwar schon fertig, Details können aber noch verändert werden“, betont Nahverkehrs-Geschäftsführer Norbert Klatt. Wer Anregungen hat, dürfe sie gern äußern.

Insgesamt 32 Busse mit dem Namen „Citaro Euro VI“ hat der Schweriner Betrieb gekauft, 16 Solo-Fahrzeuge und 16 Gelenkkombibusse. 11,2 Millionen Euro kosten sie und werden in Mannheim gebaut. Mercedes sei der einzige Hersteller von Stadtbussen, der noch in Deutschland fertigt, betont Nobert Klatt und Prokurist Lothar Matzkeit ergänzt: „Wir haben uns verschiedene Anbieter und ihre Produktionsstätten angeschaut und vor allem die Kosten in den Blick genommen, zum Beispiel für Reparatur und Spritverbrauch.“ Rund acht Prozent weniger Kraftstoff als bisher machen sich finanziell schon ordentlich bemerkbar bei 750 000 Kilometern, die ein Stadtbus in Schwerin in seinen zwölf Einsatz-Jahren zurücklegt.

Den Neukauf der Busflotte förderte das Land mit mehr als 60 Prozent. In Mannheim wurden die Busse nach vielen Absprachen und Tests auf die Schweriner Bedürfnisse genau zugeschnitten. Auch der Behindertenbeirat hatte Mitspracherecht, konnte die Sondernutzungsflächen und Rampen ausprobieren, wichtige Hinweise geben. Insgesamt drei Plätze für Kinderwagen und Rollstühle gibt es in den neuen Fahrzeugen, dazu Sicherheitsbügel als Kippschutz. Außerdem haben die 18 Meter langen Gelenkbusse nun zwei Einstiegsrampen. Alle Fahrzeuge sind mit LED-Scheinwerfern ausgerüstet. Eine Kommunikationsplattform auf Internetprotokollbasis ermöglicht perfekten Datenaustausch zwischen Leitstelle und Bus. Verspätungen werden direkt von der Leitstelle auf die Monitore im Fahrzeug übertragen, ebenso Linienverlaufsänderungen. Außerdem können Fahrgast-Informationen ans Kunden-Smartphone gesendet werden. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow könnte sich sogar vorstellen, dass die EM-Fußballspiele im Bus übertragen werden. Leider wird die Meisterschaft aber schon vorbei sein, wenn die neue Flotte an den Start geht. Im August wird sie ausgeliefert. Die alten 32 Wagen werden jetzt geschätzt und von Mercedes zurückgekauft.

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