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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. August 2017 | 03:46 Uhr

Landtag : Volksparteien altern und schrumpfen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nur Grüne und AfD verzeichnen in MV Zuwächse

Die großen Parteien in Mecklenburg-Vorpommern leiden unter Mitgliederverlusten und einem hohen Durchschnittsalter. Grüne und AfD sind da die Ausnahmen.

Den größten Mitgliederschwund haben die Linken. Bei einem Durchschnittsalter von 67,3 Jahren sterben dem Landesverband schlicht die Genossen weg. Wie Landesgeschäftsführer Kay Kröger auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, sind aktuell 3963 Mitglieder eingetragen. Das sind 559 Genossen weniger als 2013. Mit der Kampagne „Biete Herz, suche Anhänger“ wirbt die Partei aktuell um Mitglieder. „Das durchschnittliche Alter der Neueintritte lässt mich optimistisch in die Zukunft blicken“, so Kröger.

Auch die mitgliederstärkste Partei, die CDU, schrumpft. Aktuell zählt der Verband 5364 Parteifreunde – 236 weniger als 2013. Das Durchschnittsalter von 56 Jahren ist das zweithöchste aller Parteien. Aber immerhin hatte die Union seit 2013 etwa 500 Neueintritte.

Auch die SPD verliert Mitglieder. 2850 Genossen hatte die Partei von Ministerpräsident Erwin Sellering noch 2012 – aktuell sind es 2750. Das Durchschnittsalter gibt die Partei mit 55 Jahren an.

Nicht im Landtag – aber mit 714 Mitgliedern viertgrößte Partei – ist die FDP. Sie verlor in den vergangenen drei Jahren 99 Mitglieder.

Die Grünen, seit 2011 erstmals im Landtag, können auf ein Plus verweisen. Die Mitgliederzahl stieg von 558 im Jahr 2013 auf aktuell 585. Ihr Durchschnittsalter geben die Grünen vage mit „zwischen 35 und 45 Jahren“ an.

Die rechtskonservative AfD gründete sich 2013. Der Landesverband hatte ein Jahr später 321 Mitglieder. Heute sind es nach eigenen Angaben 427. Durchschnittsalter: 50,6 Jahre.

„Die sinkenden Mitgliederzahlen stellen die großen Parteien vor Herausforderungen“, sagte der Politologe Martin Koschkar von der Uni Rostock. Es werde schwieriger, für Wahlkämpfe Mitglieder zu mobilisieren oder Personal für Ämter zu finden. Die Jugendorganisationen würden immer wichtiger werden.



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erstellt am 21.Mai.2016 | 08:00 Uhr

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