Bildung : Volkshochschule geht mit der Zeit

Für die Volkshochschule ist niemand zu alt. Die Seniorentanzgruppe hat viel Spaß in der Bildungseinrichtung.
Für die Volkshochschule ist niemand zu alt. Die Seniorentanzgruppe hat viel Spaß in der Bildungseinrichtung.

Flexible Gebührensatzung steigert Effizienz / Bildungseinrichtung hat Integrationserfahrung mit Spätaussiedlern

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16. September 2015, 16:00 Uhr

Die Volkshochschule „Ehm Welk“ aktualisiert ihre Gebührensatzung. „Keine Grund zur Aufregung, wir erhöhen die Preise nicht“, verspricht Leiterin Marita Schwabe. „Einige Angebote werden sogar preiswerter.“ Denn mit der neuen Satzung werde mehr Transparenz geschaffen und Bürokratie abgebaut. Das sei eines der Ergebnisse des Zertifizierungsprozesses, das Qualitätssiegel sei jetzt zum zweiten Mal erfolgreich verteidigt worden. Besondere Beachtung findet das flexible Schweriner Gebührensystem. „Dadurch ist es uns möglich, sehr effizient zu wirtschaften“, sagt Schwabe und erläutert: Durch die „Von-bis-Spanne“ bei Gebühren beispielsweise von zwei bis acht Euro im Sprachkurs könne flexibel auf die Teilnehmerzahl reagiert werden. Sind nur wenige Anmeldungen – etwa bei einem seltenen Sprachkurs – da, zahlen die Interessenten mehr, denn sie bekommen ja intensiveren Unterricht, als wenn viele Schüler im Raum wären.

Weiteres Ergebnis des aktuellen Zertifizierungsprozesses: Die Inhalte der Bildungsangebote müssen jedes Jahr aufs Neue auf den Prüfstand. „Wir müssen mit der Zeit gehen. Was nicht mehr gefragt wird, muss durch andere Inhalte ersetzt werden“, sagt Schwabe und nennt ein Beispiel: Viele Jahre waren Künstler zur Studienvorbereitung gefragt, jetzt aber nicht mehr. Also werde der Kurs nicht mehr angeboten. Die Seniorengruppen dagegen laufen immer besser, also werden sie ausgebaut. „Unser Schritt, direkt in die Stadtteile zu gehen, hat sich ausgezahlt. Wir haben zu unseren 15 bestehenden Gruppen zwei zusätzliche in Lankow und der Weststadt aufgebaut, eine dritte auf dem Dreesch wird demnächst eröffnet“, berichtet die Volkshochschulchefin stolz. In diesem Bereich sei Schwerin bundesweit Spitze, sagt sie. Aus ganz Deutschland kämen entsprechende Anfragen und Bitten, die Erfahrungen weiterzugeben.

Erfahrungen habe die Volkshochschule auch bei der Integration von Neu-Schwerinern, sagt sie mit Blick auf die Flüchtlingswelle und verweist auf die Gruppe der Spätaussiedler. „Die Konzepte liegen in der Schublade. Damals sind wir mit unseren Deutschkursen vor Ort nach Görries gegangen. Da haben die ganzen Familien mitgelernt.“ Gemeinsam mit dem Verein MV Foto sei kürzlich mit Jugendlichen ein Fotokurs durchgeführt worden, nennt Schwabe ein aktuelles Beispiel. „Die Kinder lernen wie nebenbei Deutsch und zugleich ihre neue Heimatstadt und Kultur kennen“, berichtet die Volkshochschulchefin.

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