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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. Oktober 2017 | 09:24 Uhr

Brüsewitz : Volksfest-Stimmung im Kuhstall

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Brüsewitzer Bauern halten weiterhin Milchvieh, musste dafür aber kräftig investieren. Neugierige sind am Sonnabend willkommen.

svz.de von
erstellt am 28.Jun.2014 | 20:01 Uhr

Anstoßen auf den neuen Kuhstall der Brüsewitzer Agrargenossenschaft. „Und die 100 Gramm bitte in einem Schluck trinken. Es gibt jederzeit Nachschlag. Wir haben genug Milch da!“ Dem Vorstandsvorsitzenden Uwe Krause war die gute Stimmung anzumerken, als er gestern Landwirte, Bauleute und Partner zur Einweihung des modernen Gebäudekomplexes im Draguner Weg begrüßen konnte. „Wir sind zwar noch nicht ganz fertig. Aber es wird schmuck“, betont Krause. „Einige aus dem Dorf hatten uns sogar gefragt, ob wir hier ein Hotel bauen.“ Eine große Glasfassade vor dem Melkhaus, offene, lichtdurchflutete Giebel zum Stall machen einen einladenden Eindruck. Und der täuscht nicht. „Wir wollen transparent sein, wollen uns nicht vor den Brüsewitzern verstecken“, so Krause. Auch deshalb sind nach den „offiziellen“ Gästen gestern, am heutigen Sonnabend zwischen 13 und 16 Uhr alle Brüsewitzer eingeladen, sich den Kuhstall anzusehen.

Der Landwirtschaftsbetrieb ist nicht nur seit Jahrzehnten im Draguner Weg präsent, er ist in Brüsewitz zu Hause und von den Dorfbewohnern akzeptiert. „Unsere Gemeinde ist 30 Quadratkilometer groß“, sagt Bürgermeister Manfred Dutz. „Die meisten Flächen werden von der Genossenschaft bewirtschaftet.“ Die sei zwar „nur“ einer von etwa 90 Gewerbebetrieben in Brüsewitz, aber ganz wichtig für Landschaftspflege und -erhaltung.

So soll es auch in Zukunft sein. Und dabei setzen die Brüsewitzer Bauern weiterhin auf Feld- und Viehwirtschaft. Bei der Letzteren handelt es sich um Milchkühe und Jungrinder. „Von der Schweinehaltung hatten wir uns schon Anfang der 1990er-Jahre verabschiedet“, blickt Kraue zurück. Damals wurden zudem die Ställe im Draguner Weg für die Kühe um- und ausgebaut. „Wir mussten uns jetzt entscheiden, ob wir investieren oder die Tierhaltung komplett einstellen.“ Das hätte auch bedeutet, dass nicht mehr alle der 24 Mitarbeiter benötigt werden und die Rinder aus Brüsewitz verschwinden.

Doch die Kühe bleiben im Dorf. Es werden sogar mehr. Bislang waren es 350 Schwarzbunte, die jeden Tag zweimal gemolken wurden. In drei Wochen werden 465 Tiere in den neuen Stall einziehen. 60 Jungrinder kommen nach dem Abkalben hinzu. Und die Herde wird weiter aufgestockt, bis alle 525 Plätze im Stall belegt sind. Hinzu kommen eine etwas gleiche Anzahl von Jungrindern. Denn die Genossenschaft ist auch Zuchtbetrieb. Mehr Milch soll in Zukunft aber auch jedes Tier liefern – pro Kuh und Jahr sind es derzeit um die 8 000 Liter, die Brüsewitzer Bauern erwarten einen Anstieg auf 9 500 Liter. Dieser soll vor allem durch den höheren „Kuhkomfort“ im neuen Stall erreicht werden. Die in fünf Gruppen eingeteilten Tiere können sich frei bewegen, habe Ruhezonen, jederzeit Zugang zu Futter und Wasser. Und neben den Stall wurde gleich eine hochmodernes Melkhaus errichtet. 40 Tiere stehen dort Seite an Seite, wenn zwei Schweitzer sie melken.

Rund 3,5 Millionen Euro hat die Brüsewitzer Genossenschaft in den neuen Stallkomplex investiert. Etwa 370 000 Euro steuerte das Land bei. „Wir helfen den Milchviehhaltern im ganzen Land“, betont Dr. Jürgen Buchwald aus dem Schweriner Landwirtschaftsministerium. Unterm Strich sind seit 2007 bereits 69 Millionen Euro in den Ausbau von Kuhställen geflossen. „Wir wollen, dass bei uns im Land weiterhin Vieh gehalten wird und die Feldfrüchte so veredelt werden“, betont Buchwald. „Das ist eine nachhaltige Wertschöpfung.“ Gerade die 900 Milchviehhalter müssen sich mit den Wegfallen der Milchquote im nächsten Jahr auf grundlegend neue Bedingungen einstellen und sich dann auf dem freien Markt behaupten. „Investitionen wie in Brüsewitz zeigen, dass die Bauern dazu bereit sind“, sagt Buchwald.

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