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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. September 2017 | 11:58 Uhr

Managementplan : Vogelschutz spaltet Anrainer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zähe Debatte um Nutz- und Schutzzonen auf Schweriner Seen: Stalu, Wassersportler, Umweltfreunde und Betroffene ringen um Lösung

von
erstellt am 30.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Die Anrainer der Schweriner Seen sind unzufrieden: Die praktische Ausarbeitung des Managementplanes für das EU-Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ gestaltet sich zäh.

Nachdem die Datenbasis für den Lebensraum und den Zustand des 18 600 Hektar großen Gebietes erfasst worden ist, erarbeiten Anrainer und das federführende Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) seit Mitte Mai die praktische Umsetzung. Der Start war holprig. Die Diskussion schaffte es kaum über grundlegende Fragen hinaus. Antworten blieben aus. Zweifel werden laut, ob es ein zufriedenstellendes Ergebnis geben wird. Das wird verspätet im Herbst erwartet. Der Managementplan soll dann als freiwillige Vereinbarung mit gutachterlichem Charakter wirksam werden.

Doch der Enthusiasmus der Aktiven ist längst allgemeiner Unzufriedenheit gewichen, wie nach der ersten Versammlung deutlich wurde: „Auf unsere Fragen und Kritik wird gar nicht richtig eingegangen“, sagt Andreas Zähle, Sprecher der Initiative Schweriner Seen und Umland. Unter dem Dach der ISSU vereinen sich mehrere Wassersportvereine und Anrainer, die einen Spagat zwischen Vogelschutz und Nutzung der Wasserflächen suchen. „Die Initiative ,Rahmenbedingungen EU-Vogelschutz – Lärmschutz’ grenzt sich inzwischen von den doch sehr egoistischen Zielen der ISSU ab“, teilen die Initiatoren mit, die „ältere, erfahrene Wassersportler aus mehreren großen Vereinen und Umwelt-Fachleute vertreten, die grundsätzlich der Meinung sind, dass so ein Managementplan für die Vögel und für den Menschen gut sein kann“. Andere Anrainer fühlen sich unverstanden und von den bestehenden Interesseninitiativen nicht ausreichend vertreten. Was zur Folge hat, dass sich weitere Splittergruppen bilden, die ebenfalls Gehör einfordern.

Unterdessen verfolgt man im Stalu die behördlichen Vorgaben, die im Übrigen eine öffentliche Diskussion nur begrenzt vorsehen. Die Crux liege im System, heißt es aus behördlichen Kreisen.

Seit 1979 gibt es EU-Vogelschutzgebiete, die in ein europaweites Schutzgebiete-Netz eingeordnet werden. Den Überblick über Erhalt, Verbesserung und Verschlechterung der Lebensräume geben Managementpläne als eine Art Bestandsanalyse. Im Jahr 2006 gab der Planungsverband Westmecklenburg solche Papiere nur für Natura-2000-Gebiete in Auftrag. Seit 2010 werden Managementpläne auch für ländliche Vogelschutzgebiete mit mehr als 50 000 Einwohnern – wie das Areal „Schweriner Seen“ – notwendig. Das Land MV beauftragte das Stalu mit dem aktuell zu erarbeitenden Papier. Kostenpunkt laut Behörde: mehr als 100 000 Euro. Erarbeitungsdauer: drei bis fünf Jahre.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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