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Zeitung für die Landeshauptstadt

15. Dezember 2017 | 07:42 Uhr

Schweriner See : Vogelschutz nimmt Formen an

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schwerin plant neue Anleger an Schweriner Seen – Vogelschützer und Anrainern drängen Staatliches Amt zu Lösungen

von
erstellt am 17.Jun.2014 | 12:02 Uhr

Der Vogelschutz im EU-Gebiet „Schweriner Seen“ wird Schritt für Schritt konkreter: Erste Bauprojekte auf der Datenbasis des Managementplanes nehmen Formen an. Dabei geht es um Steganlagen am Ziegelinnensee, im Bereich der ehemaligen Fokkerhalle an der Bornhövedstraße und um den umstrittenen 90 Meter langen Schlossanleger. Für diese Projekte will die Landeshauptstadt aktuelle Verträglichkeitsstudien erarbeiten lassen, die auf den aktuellen Grundlagen fußen (SVZ berichtete). Kurz gesagt, hält der Grundlagenteil den Zustand einzelner Lebensräume und von 29 schützenswerten Vogelarten im etwa 18 600 Hektar großen EU-Vogelschutzgebiet fest.

In die nächste Phase scheint parallel auch die Auseinandersetzung in den Arbeitsgruppen „Land“ und „Wasser“ zu gehen, die sich etwa einmal im Monat trifft. „Ziel der nächsten Beratungen der thematischen AG ist die flächenscharfe Ergründung möglicher Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele des Managementplanes“, heißt es im Protokoll des Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) zum jüngsten Treffen. Nachdem die Debatte zwischen Anrainern, Vogelschützern und dem federführenden Stalu zunächst in den Grundlagen feststeckte, geht es auf dem nächsten Arbeitsgruppen-Treffen am kommenden Montag also endlich um konkrete Regeln. Die Behörde schickt bereits im Vorfeld zur Vorbereitung umfassendes Kartenmaterial raus. Ziele sind konkrete Regeln für ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Schutzzonen und -zeiten für Vögel und Nutzzonen und -zeiten für Anrainer – vorrangig für die Bereiche Wassersport, Forst, Fischfang und Landwirtschaft.

Während das Stalu eigenen Angaben zufolge „abweichend von den Vorgaben an dieser Stelle bisher einmalig in MV der Öffentlichkeit die zeitlich erweiterte Gelegenheit“ gibt, „sich zum Grundlagenteil zu äußern“, grummelt es weiter unter den Anrainern. „Hauptaufreger“ ist der Haubentaucher. Während die Mehrzahl der Anrainer bezweifelt, dass es dem Vogel rund um Schwerin nicht gut geht, sind die Ornithologen des zuständigen Büros „Natur und Text“ anderer Meinung. Diese wollen sie „gerade mit Blick auf den mausernden Haubentaucher“ bei den kommenden Arbeitsgruppentreffen vertiefen.

Die Anrainer kritisierten außerdem die „träge“ Informationsbereitschaft des Stalu. Die Ursachen dafür liegen nach Aussage der Behörde zum einen an der dünnen Personaldecke. Zum anderen gehören eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit und Diskussionen mit Anrainern nicht zu den „offiziellen Aufgaben der Stalu-Mitarbeiter“, so dass dieser Komplex von der Schweriner Behörde zusätzlich geleistet wird. Die immer fachlicher werdende Kommunikation läuft mittlerweile fast ausschließlich über E-Mail und beschränkt sich mittlerweile auf die Mitglieder der Arbeitsgruppen.

Weiterer Kritik räumen das Stalu und das beauftragte Büro „Natur und Text“ mittlerweile Raum ein: Zeitlicher Druck, der lange und schließlich endgültige Ausfall eines Ornithologen und fachlich enge Vorgaben durch die EU machten teils von Anfang an zusätzlich Druck auf die Fachleute.

Zwar zeigen Stalu und Fachbüro verspätet Einsicht, aber bei den Anrainern werden mittlerweile neue Forderungen laut: Die Fristen sollen verlängert werden, damit die Diskussionen mehr Raum bekommen. Der Grundlagenteil soll überarbeitet bzw. durch ein neues Fachurteil ergänzt werden. Wie der Managementplan für die Schweriner Seen am Ende aussieht, bleibt vorerst Spekulation.

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